Wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe schreibt, drohen dem Bund bei der Verrechnungssteuer Einbussen von bis zu 3 Milliarden Franken. Grund dafür ist, dass die Verrechnungsteuer bei Steuertransparenz zumindest teilweise obsolet würde.

Ob der Bund diese Einbussen mittels Mehreinnahmen kompensieren kann,  die aus der Offenlegung bisher unversteuerter Vermögen resultieren, ist höchst ungewiss. 

Steuerverwaltung optimistischer

«Wir gehen davon aus, dass die internationalen Tendenzen zur Steuertransparenz und die Angst vor der Aufhebung des Bankgeheimnisses viele Steuerpflichtige bereits dazu bewogen haben, eine straflose Selbstanzeige vorzunehmen», sagt Jakob Rütsche, Präsident der Schweizerischen Steuerkonferenz.

Optimistischer fällt die Schätzung der  Eidgenössischen Steuerverwaltung aus: «Bei einer zweckmässigen Ausgestaltung dürften die Chancen intakt sein, dass per Saldo zumindest keine Mindereinnahmen resultieren.»

St Gallen: 300 Millionen offengelegt

Diesen Befund untermauern auch Daten aus den kantonalen Steuerämtern. Allein im Kanton St. Gallen wurden im letzen Jahr Vermögen von 300 Millionen Franken offengelegt. Auch im Kanton Zürich gingen noch nie so viele Selbstanzeigen ein: Es meldeten sich 1500 Personen. Für Kanton und Gemeinden brachte das Mehreinnahmen von 73 Millionen Franken.

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Das gleiche Bild zeigt sich im Kanton Bern: Dank 840 registrierten Deklarationen flossen zusätzlich 22,5 Millionen Franken in die Kantonskasse. Im Kanton Jura wiederum verdoppelte sich die Zahl der Selbstanzeigen gar auf 550. Dass ein automatischer Informationsaustausch im Inland Berge von Schwarzgeld freilegt und somit das Steuersubstrat stärkt, ist also eher unwahrscheinlich.

Bester Trumpf weg?

Auch verliere die Schweiz mit dem Wegfall der Verrechnungssteuer ihren besten Trumpf bei den Doppelbesteuerungsabkommen, welche unser Land mit rund 90 Staaten unterhält.

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