Bei einem Angriff mutmasslicher Rebellen auf zwei Fahrzeuge der Hilfsorganisation Caritas sind im Osten der so genannten Demokratischen Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) drei Mitarbeiter entführt worden. Zudem wurde eine deutsche Journalistin bei dem Zwischenfall in der Provinz Nord-Kivu angeschossen. Sie wurde leicht am Fuss verletzt.

Die örtlichen Caritas-Mitarbeiter im ersten der beiden Jeeps konnten dem Angriff mutmasslicher ruandischer Rebellen in der Nähe des Ortes Misinga im Bezirk Masisi nicht mehr entkommen, wie Caritas Kongo am Dienstag mitteilte. Sie gelten seither als verschollen und seien vermutlich entführt worden, wie die Caritas erklärte.

Lösegeldforderung eingegangen

Die Armee und die UNO-Blauhelmtruppe sei eingeschaltet worden, hiess es weiter. Für die verschleppten Mitarbeiter wurde nach Polizeiangaben ein Lösegeld von 20'000 Dollar gefordert. Die Caritas wollte sich dazu nicht äussern.

Die Journalistin und ein Kollege der Presseabteilung aus Deutschland seien im zweiten Fahrzeug unterwegs gewesen. Dessen Fahrer habe nach Beginn des Angriffs den Rückwärtsgang eingelegt und sei im Kugelhagel noch rechtzeitig entkommen, erklärte die Caritas.

Kampf um Bodenschätze

Hinter der Entführung wurde die Rebellengruppe FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) vermutet, die in der Gegend aktiv ist. Im rohstoffreichen Osten des Kongos kämpfen seit Jahren verschiedene Milizen um regionale Vorherrschaft und Ausbeutung der Bodenschätze. Auch Entführungen kommen in dem Gebiet immer wieder vor. Im März waren beispielsweise drei Mitarbeiter der Hilfsorganisation Save the Children entführt worden.

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(sda/jfr)