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Terror
Entsetzen wegen Enthauptung von US-Journalisten

James Foley: Opfer von islamistischen Fanatikern.   Keystone

Die Enthauptung des US-Journalisten James Foley ist weltweit auf Entsetzen und Abscheu gestossen. Die Bluttat wird an der Bekämpfung der USA von islamistischen Fanatikern nichts ändern.

Veröffentlicht am 20.08.2014

Die in einem Video gezeigte Enthauptung des US-Journalisten James Foley durch die radikalislamische IS hat weltweit Entsetzen ausgelöst. «Sollte das Video authentisch sein, sind wir erschüttert über den brutalen Mord en einem unschuldigen amerikanischen Journalisten», sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden. US-Präsident Barack Obama wollte sich noch am Mittwoch äussern. Grossbritannien startete eine Fahndung nach dem Mörder, der im Video mit einem Londoner Akzent spricht. Der Islamische Staat (IS) droht in der Aufnahme mit weiteren Morden, sollten die USA weiterhin in den Kampf der IS-Milizen mit Kurden und irakischer Armee mit Luftschlägen eingreifen.

Das veröffentlichte Video beginnt mit einer Stellungnahme Obamas, in der er Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Nordirak ankündigt. Dann erscheint in arabischer und englischer Sprache die Warnung: «Obama genehmigt militärische Einsätze gegen den Islamischen Staat und bringt damit Amerika auf einen rutschigen Abhang in eine neue Kriegsfront gegen Muslime.» Danach sind Schwarz-Weiss-Aufnahmen einer Bordkamera von einem US-Luftangriff zu sehen mit der Aufschrift «Amerikanische Aggression gegen den Islamischen Staat.»

Dann ist Foley zu sehen. Er trägt einen orangen Anzug wie ihn die mutmasslich islamistischen Gefangenen des US-Gefängnisses Guantanamo tragen. Der Kopf des 40-Jährigen ist rasiert. Er kniet in der Wüste. Neben ihm steht ein komplett schwarz gekleideter Mann, der ein Messer in der Hand hat. «Ich rufe meine Freunde, meine Familie und meine Nächsten an aufzustehen gegen meine wirklichen Mörder, die US-Regierung. Das, was mir passieren wird, ist nur das Ergebnis ihrer Selbstzufriedenheit und ihres Verbrechertums», sagt Foley.

Der schwarz gekleidete Mann sagt dann: «Dies ist James Wright Foley, ein amerikanischer Staatsbürger aus eurem Land.» Die US-Regierung habe sich an die Spitze der Aggression gegen den IS gestellt. Dann wirft er den USA Luftangriffe auf IS-Kämpfer vor. Danach köpft er den knieenden Mann. Am Ende des Videos wird ein weiterer Gefangener gezeigt und der Name Steven Joel Sotloff eingeblendet. «Das Leben dieses Amerikanischen Staatsbürgers, Obama, hängt von deiner nächsten Entscheidung ab», sagt der schwarz maskierte Mann.

Briten starten Fahndung nach Mörder

Die US-Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass das Video authentisch ist. Der britische Premierminister David Cameron sprach von einer «schockierenden und entarteten» Aufnahme. Aussenminister Philip Hammond kündigte an, der Geheimdienst werde eng mit den USA bei der Fahndung nach dem Mörder zusammenarbeiten. Der Mörder auf dem Video spricht mit einem Londoner Akzent. Britische Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass rund 500 Briten sich den Islamisten in Syrien oder im Irak angeschlossen haben.

«Dieses Video ist ein abstossendes Dokument und es zeigt, dass diese Terrororganisation ausser Grausamkeit und Fanatismus nichts zu bieten hat», erklärte in Berlin Regierungssprecher Steffen Seibert. «Die Bundeskanzlerin ist erschüttert über das Schicksal des seit 2012 gewaltsam verschleppten amerikanischen Journalisten.» US-Präsident Obama hatte am Montag IS als Bedrohung für die gesamte Region im Nahen und Mittleren Osten bezeichnet und erklärt, es sei im nationalen Interesse der USA, den Aufständischen Einhalt zu gebieten.

Foley wurde nach Angaben der GlobalPost von Bewaffneten im Norden Syriens auf dem Weg zur türkischen Grenze im November 2012 verschleppt. Der 40-Jährige arbeitete für eine Bostoner Online-Nachrichtenseite. Er war fünf Jahre Korrespondent im Nahen Osten und wurde bereits früher einmal in Libyen entführt. Sotloff wird seit Juli 2013 vermisst. Er hatte für «Time» und andere Medien geschrieben. Foleys Mutter wandte sich über Facebook an die IS-Kämpfer: «Wir flehen die Entführer an, das Leben der übrigen Geiseln zu schonen. Wie Jim sind auch sie unschuldig.»

(reuters/chb)

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