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Konflikt
Erasmus: EU forderte mehr Geld von der Schweiz

Erasmus: Studenten beerdigen symbolisch das Austauschprogramm.   Keystone

Brüssel hat vor dem Verhandlungsstopp über eine Teilnahme am europäischen Studentenaustausch von der Schweiz mehr Geld gefordert. Bundesrat Schneider-Ammann sieht keine Verbindung.

Veröffentlicht am 05.03.2014

Vor dem Abbruch der Verhandlungen über eine Teilnahme an Erasmus hat die EU mehr Geld von der Schweiz verlangt. Bundesrat Schneider-Ammann bestätigte gegenüber Radio SRF entsprechende Recherchen. Einen Zusammenhang mit einem Erasmus-Aus sieht er nicht. Derweil haben über 10'000 Personen einen Appell für einen offenen Hochschulraum unterzeichnet.

«Wir haben tatsächlich aus Brüssel zur Kenntnis nehmen müssen, dass mehr Mittel erwartet sind (von der Schweiz an die EU, Anm. der Red.), als das Parlament beschlossen hatte», sagte Bildungsminister Johann Schneider-Ammann am Mittwoch im Radio. Er habe den Bundesrat zwei Wochen vor der Volksabstimmung vom 9. Februar über die neue Forderung der EU informiert.

Angeblich kein Zusammenhang mit Verhandlungsstopp

Nach dem Ja zur SVP-Zuwanderungsinitiative brach die EU die Verhandlungen mit der Schweiz über das Studierendenaustauschprogramm Erasmus ab. Bei einem Nein wäre dies nicht passiert, sagte Schneider-Ammann: «Für mein Verständnis wäre das Abkommen, so wie vom Parlament beschlossen, vereinbart worden.» Man habe der EU angeboten, dem Parlament zu einem späteren Zeitpunkt einen Antrag auf zusätzliche Zahlungen an die EU zu unterbreiten.

Auch der Informationschef von Schneider-Ammanns Departement, Rudolf Christen, sieht keinen Zusammenhang zwischen den Geldforderungen der EU und dem Abbruch der Verhandlungen, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte: «Es gab keine Verknüpfung. Das Abkommen wäre bei einem Nein zur Zuwanderungsinitiative in Kraft getreten.»

Keine Angaben zur Höhe der Forderungen

Das Parlament hatte im vergangenen Jahr rund 306 Millionen Franken für die Schweizer Teilnahme am neuen Erasmus-Programm bewilligt. Die Verhandlungen konnten trotzdem nicht wie geplant bis Ende 2013 abgeschlossen werden. Wie viele zusätzliche Mittel die EU von der Schweiz verlangt hatte, konnte Christen nicht sagen.

Am Dienstag hatte der Verband der Schweizer Studierendenschaften wegen des drohenden Erasmus-Aus einen «Appell für einen offenen europäischen Hochschulraum» lanciert. Gemäss Angaben des Verbands haben nun in den ersten 24 Stunden bereits über 10'000 Personen unterzeichnet. Dies teilte der Studierendenverband VSS am Mittwochabend mit. Die Unterzeichnenden stammen demnach aus der Schweiz und aus zahlreichen weiteren Ländern weltweit.

Der Appell hat zum Ziel, dass sich alle Personen der akademischen Gemeinschaft für einen offenen europäischen und internationalen Hochschulraum einsetzen. Zudem sollen sie sich dafür aussprechen, dass die Schweiz weiterhin an den europäischen Bildungs- und Forschungsprogrammen teilnehmen kann.

(sda/moh)

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