In der Türkei ist es nach dem Anschlag von Suruc die zweite Nacht in Folge zu Krawallen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Mindestens elf Menschen wurden in der Nacht zu Mittwoch festgenommen. In mehreren Vierteln in Istanbul, in der Hauptstadt Ankara und in überwiegend von Kurden bewohnten Städten im Südosten kam es zu teilweise gewaltsamen Kundgebungen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Viele Kurden in der Türkei werfen Präsident Recep Tayyip Erdogan und seiner AK-Partei vor, die radikalislamische IS-Miliz im Kampf gegen die Kurden im Nachbarland Syrien zu unterstützen. Die Regierung in Ankara bestreitet das.

1,8 Millionen Flüchtlinge

Am Montag waren bei einem Selbstmordanschlag in Suruc an der Grenze zu Syrien 32 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Die türkische Regierung machte die sunnitische Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) für das Suruc-Attentat verantwortlich.

Rund 1,8 Millionen Syrer sind vor den Kämpfen in ihrer Heimat in die Türkei geflohen. Die Nato-Partner der Türkei äusserten sich besorgt über die Kontrolle an der Grenze, wo zum Teil auf syrischem Boden der IS die Kontrolle hat.

(sda/ise/me)