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Provokant
Erdogan will Gezi-Projekt wiederbeleben

Demo zu Jahrestag der Proteste: Nun will Erdogan doch noch bauen. Keystone

Drei Jahre nach dem Ende der Proteste im Gezi-Park will der türkische Präsident das umstrittene Bauvorhaben doch noch umsetzen. Erdogan hat die Repression im eigenen Land zuletzt verstärkt.

Veröffentlicht am 18.06.2016

Drei Jahre nach den Protesten gegen ein Bauprojekt im Gezi-Park in Istanbul will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan das Vorhaben doch noch verwirklichen. Das kündigte Erdogan am Samstag im Fernsehen an.

Anfang Juni 2013 hatten sich landesweite Proteste an der brutalen Räumung eines Protestlagers im Gezi-Park im Zentrum der Millionenmetropole entzündet.

Nachbau einer osmanischen Kaserne

Mehrere hundert Protestierende hatten dort zu verhindern versucht, dass Bäume gefällt und Grünflächen beseitigt werden. Sie sollten dem Nachbau einer osmanischen Kaserne mit Wohnungen und Geschäften weichen. Ein Gericht stoppte das Projekt damals vorläufig.

Die Demonstrationen richteten sich dann schnell vor allem gegen den autoritären Regierungsstil Erdogans, der damals noch Ministerpräsident war. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Im Spätsommer 2013 ebbten die Massendemonstrationen ab. Erdogan wurde im folgenden Sommer zum Präsidenten gewählt.

(sda/gku)

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