Der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, drängt weiter auf die Möglichkeit eines Austritts von Krisenstaaten aus der Euro-Zone. «Wir müssen aufhören, den Austritt zu einer Katastrophe zu stilisieren», forderte Sinn im Deutschlandfunk.

Durch einen temporären Austritt könnte die eigene Währung abgewertet werden, wodurch die Bürger wieder heimische Produkte kaufen würden und die heimische Wirtschaft in Schwung käme. «Das würde den Ländern wirklich eine Perspektive geben. Es würde sie schnell wettbewerbsfähig machen», sagte Sinn.

Weitere Finanzhilfen würden dagegen einer «Konkursverschleppung» gleichkommen. Griechenland habe schon mehr als 360 Milliarden Euro bekommen. «Das sind 36 Marshallpläne», sagte Sinn mit Blick auf die US-Wirtschaftshilfen für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Dienstag zu Gesprächen nach Athen. Von dem Besuch der Kanzlerin wird auf griechischer und deutscher Seite auch ein Zeichen der Solidarität mit dem hoch verschuldeten Land erwartet.

(tke/aho/tno/sda)