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Konflikt
Ernster Bruch der Waffenruhe in der Ukraine

Separatisen in der Ukraine: Waffenruhe ist fragil.   Keystone

Die Waffenruhe in der Ostukraine ist zum ersten Mal ernsthaft gebrochen worden. Die Feuerpause ist elementar für die Entscheidung der EU über Sanktionen gegen Russland Anfang der Woche.

Veröffentlicht am 07.09.2014

In der Ostukraine sind beim ersten ernsthaften Bruch der Waffenruhe ukrainische Regierungstruppen unter Artilleriebeschuss geraten. In der Hafenstadt Mariupol war am Samstagabend anhaltendes Artilleriefeuer aus östlicher Richtung zu hören, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Der Journalist sah zudem, dass eine Industrieanlage, ein Lastwagen sowie eine Tankstelle innerhalb der Stadtgrenzen in Brand gerieten.

Ein Offizier der ukrainischen Armee erklärte vor Ort: «Es gab einen Artillerieangriff. Wir haben eine Reihe von Einschlägen abbekommen, aber noch keine Informationen über Opfer.» Lastwagen transportierten aufgeregt aussehende Freiwillige der regierungstreuen Miliz nach Osten. Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge brachen in gleicher Richtung auf.

Massnahmen nötig für dauerhafte Waffenruhe

Rund 30 Stunden vorher hatten die Konfliktparteien einen Waffenstillstand vereinbart, der abgesehen von vereinzelten Schüssen auch gehalten hatte. Auch in der Umgebung des Hafens von Mariupol am Asowschen Meer war es nach heftigen Kämpfen am Freitag nach Verkündung der Waffenruhe ruhig geblieben.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin waren sich bei einem Telefonat ebenfalls einig gewesen, dass der Waffenstillstand halte. Es seien aber weitere Massnahmen nötig, um ihn dauerhaft zu machen. Die grosse Skepsis der Bevölkerung zeigte aber gleichzeitig, wie gross das Misstrauen und wie verhärtet die Fronten sind.

Sanktionen gegen Russland Anfang der Woche

Sollte die Waffenruhe nicht halten, sollen Anfang der Woche neue Sanktionen gegen Russland in Kraft treten. Die EU-Botschafter hatten sich am Freitag auf eine Verschärfung der Strafmassnahmen gegen Russland verständigt. Wirksam werden sollen sie allerdings erst zu Beginn der Woche. Die EU erklärte zudem, die zusätzlichen Strafmassnahmen könnten ausgesetzt werden, wenn Russland seine Soldaten aus der Ostukraine abziehe und die neu vereinbarte Waffenruhe zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungseinheiten eingehalten werde.

(reuters/me)

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