In Luxemburg soll es erstmals eine Amnestie für Steuerhinterzieher geben. Säumige Steuerzahler, die in den kommenden zwei Jahren ihr nicht versteuertes Vermögen offenlegen, sollen straffrei bleiben, wie Finanzminister Pierre Gramegna am Mittwoch bei der Vorstellung des Budgetentwurfs für 2016 im Parlament ankündigte.

Um nicht wegen Steuerhinterziehung angeklagt zu werden, müssen sie 2016 allerdings einen Strafzuschlag von zehn Prozent zahlen. 2017 werden dann 20 Prozent fällig.

Vorwürfe wegen Intransparenz

Das kleine EU-Land Luxemburg steht seit Jahren immer wieder wegen Vorwürfen von Steuerdumping und undurchsichtigen Geschäften seiner riesigen Finanzbranche in der Kritik. Im vergangenen Jahr hatte ein internationales Recherchenetzwerk über hunderte Fälle berichtet, in denen multinationale Konzerne in Luxemburg auf Kosten anderer EU-Länder Steuerzahlungen vermeiden.

Die Affäre setzte auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker unter Druck, der als früherer Finanzminister und Regierungschef Luxemburgs für die Steuerpraktiken mitverantwortlich gemacht wird.

(sda/me)