Die Regierung hatte im Juni die Inbetriebnahme von zwei Reaktoren genehmigt, um eine Stromknappheit im Sommer zu vermeiden.

Gegen diese Entscheidung der Regierung war es zu beispiellosen Anti-Atom-Demonstrationen in Tokio gekommen. Im westjapanischen Ohi schloss der Betreiber Kansai Electric nun wieder einen Reaktor ans Stromnetz an.

Bis zum GAU in Fukushima deckten die AKW in Japan rund 30 Prozent des Strombedarfs. Zuletzt wurden im Mai alle 50 Reaktoren abgeschaltet. Damit war Japan erstmals seit 1970 ohne Atomstrom.

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Weiter wurde heute das Ergebnis des Fukushima-Untersuchungsausschusses bekannt. Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima Eins wäre vermeidbar gewesen, so der Schluss des Untersuchungsausschusses des japanischen Parlaments.

In dem vorgelegten offiziellen Bericht heisst es, die Katastrophe sei zwar vom Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 ausgelöst worden. Dennoch könne «der folgende Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Eins (...) nicht als ein Naturdesaster angesehen werden. Es war ein schwerwiegendes Desaster von Menschenhand».

Der Unfall sei vorhersehbar und vermeidbar gewesen. Die Auswirkungen hätten zudem durch effektivere Massnahmen verringert werden können. In dem AKW war es zu einer dreifachen Kernschmelze gekommen, Zehntausende von Menschen mussten fliehen.

(chb/muv/sda)