Sieben Jahre nach dem Start der Bauarbeiten ist am Donnerstag am Hauptbahnhof Zürich der erste Teil der Durchmesserlinie (DML) feierlich eingeweiht worden. Gefeiert wird das 2-Milliarden-Projekt als Meilenstein auf dem Weg in die Bahnzukunft.

Kurz vor elf Uhr schnitt die derzeitige Verkehrsministerin Doris Leuthard im Tiefbahnhof Löwenstrasse mit einer goldigen Schere ein rotes Band durch und erklärte den «goldenen Bahnhof» offiziell als eröffnet. Die Durchmesserlinie mache Zürich zur Weltstadt, sagte Leuthard am Festakt. Weltstadt sei ja nur, wer einen Tunnel unter einem Fluss durchbaue, so wie New York mit dem Queens-Midtown-Tunnel unter dem East River. «Was für Zürich gut ist, ist gut für das ganze Land», betonte Leuthard in ihrer launigen Ansprache.

Zur «historischen Erstfahrt» durch den Weinbergtunnel und der anschliessenden Einweihungsfeier waren 250 Gäste aus Politik und Wirtschaft geladen. Auf der Extrafahrt wiesen zwei ehemalige Verkehrsminister – Adolf Ogi und Moritz Leuenberger – auf die gesamtschweizerische Bedeutung der Durchmesserlinie hin.

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Fahrplanmässiger Betrieb ab Sonntag

Herzstück der DML ist der Durchgangsbahnhof Löwenstrasse, der 16 Meter unter den bestehenden Gleisen 4 bis 9 des Hauptbahnhofes erstellt wurde. Dieser wird durch den doppelspurigen Weinbergtunnel mit Zürich-Oerlikon verbunden.
Der fahrplanmässige Betrieb auf der DML wird am Sonntag aufgenommen. Dann fahren die ersten S-Bahn-Züge vom linken Zürichseeufer über den Tiefbahnhof Löwenstrasse durch den Weinbergtunnel nach Zürich-Oerlikon. Dank der neuen Streckenführung verkürzen sich die Fahrzeiten durchschnittlich um sechs Minuten.

Im Dezember 2015 wird zudem der zweite Ast der DML in Richtung Zürich-Altstetten eröffnet. Dann verkehren auch die Fernverkehrszüge auf der Ost-West-Hauptachse über die Durchmesserlinie. Die DML erhöht die Kapazität des Hauptbahnhofs Zürich um rund 25 Prozent.

Volksfest zur Eröffnung

Zur Eröffnung der Durchmesserlinie steigt am Samstag am HB Zürich ein grosses Volksfest. Als Hauptattraktion angekündigt sind Gratisfahrten mit dem Tunnelturbo durch den Weinbergtunnel. Gleichzeitig eröffnen über 40 neue Geschäfte und Gastronomiebetriebe ihre Türen.

(sda/me/sim)