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Steuerwettbewerb
«Es wird keinen Exodus geben»

Peter Hegglin: Zuger Finanzdirektor und Präsident der Finanzdirektorenkonferenz. (Bild: Keystone)

Die SP will mit einer Volksinitiative den Wettbewerb unter den Kantonen bremsen. Dieses Vorhaben gefällt dem Präsidenten der Finanzdirektorenkonferenz ganz und gar nicht.

Von Pascal Ihle
am 29.05.2013

Peter Hegglin, Zuger Finanzdirektor und Präsident der Finanzdirektorenkonferenz, warnt vor der geplanten SP-Volksinitiative. Diese will den Steuerwettbewerb unter den Kantonen bremsen. «Ich finde die SP verantwortungslos», sagt Hegglin im Gespräch mit der «Handelszeitung». Mit diesem Vorschlag „können wir die gesamte Forschung und Entwicklung in der Schweiz vergessen». «Denken wir nur an die Pharmaindustrie: Deren Betriebe würden alle wegziehen.» Laut Hegglin gelte heute für Lizenz- und Patenteinnahmen ein Steuersatz von 5 bis 8 Prozent als Gradmesser. Die SP dagegen will den sogenannten Bundessockel von 8,5 Prozent für die Unternehmensbesteuerung  auf 16 Prozent erhöhen.

Können nicht mithalten

Hegglin räumt ein, dass auch der Kanton Zug nicht mithalten kann mit den Steuersenkungen, die einzelne Kantone in den letzten Jahren durchgeführt haben. Heute sei die Gewinnbesteuerung im Kanton Luzern fast halb so hoch wie in Zug. Der frühere Landwirt glaubt trotzdem nicht, dass der Steuerwettbewerb ins Uferlose gehen wird: «Wichtig ist, dass die Kantone ihre Entscheide korrigieren, wenn sie zu weit gegangen sind.» Dies allerdings lasse der Wettbewerb zu.

Kritik an EU

Der Zuger CVP-Mann übt überdies Kritik am Verhalten der EU: Europäische Politiker sind meistens sehr gut in Absichtserklärungen, haben aber mehr Mühe, ihnen konkrete Taten folgen zu lassen. «In der Schweiz sei das anders: Geben wir eine Absichtserklärung ab, erfüllen wir diese brav wie ein Ministrant.» Hegglin ist zuversichtlich, dass das Ende der alten Steuerprivilegien für Firmen keine negativen Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Schweiz haben wird: «Unsere Absicht ist, eine Regelung zu finden, die genauso attraktiv für die Firmen ist wie die heutigen Steuerregime.» Es werde deshalb keinen Exodus von ausländischen Firmen geben.

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