Ethos-Präsident Dominique Biedermann kritisiert, dass die Politik die Aktiengesetzrevision auf die lange Bank geschoben hat. Eine Revision der Aktionärsrechte ist aus seiner Sicht auch deshalb nötig, weil zahlreiche Schweizer Unternehmen ins Ausland verkauft wurden.

«Wie viele Firmen müssen in die Hände von Ausländern gehen, bis man sieht, dass die Revision der Aktionärsrechte Priorität hat?», fragt Biedermann, Präsident der Anlagestiftung Ethos, in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Hier geht es um die Schweizer Industrie, da sind Tausende Arbeitsplätze betroffen.»

Fall Sika verhindern

Es gebe mehrere Grundsätze der guten Unternehmensführung, die ins Gesetz gehörten, sagt er weiter. Er bekräftigt unter anderem frühere Forderungen nach Gesetzesänderungen, die einen Fall wie jenen beim Industriekonzern Sika verhindern sollen.

Die Sika-Erbenfamilie plant, ihre privilegierten Aktien an die französische Saint-Gobain-Gruppe zu verkaufen, ohne dass die Publikumsaktionäre wie üblich ein öffentliches Kaufangebot erhalten. Biedermann fordert «Leitplanken» für solche Fälle. Zuletzt hatten auch die Verkäufe von Syngenta oder Gategroup für Aufsehen gesorgt.

Widerstand gegen UBS-Verwaltungsrat

Biedermann gab ausserdem bekannt, dass Ethos gegen «gewisse Elemente des Vergütungsberichts» der UBS sei. «Zudem rät Ethos ihren Kunden, William Parrett nicht erneut in den Verwaltungsrat zu wählen.» Der langjährige Verwaltungsrat sei als Vorsitzender des Audit Committee vorgesehen.

«Um diese Funktion bei einer grossen Bank auszuüben, ist jedoch ein 50-Prozent-Pensum nötig. Herr Parrett ist allerdings noch bei drei US-Gesellschaften in der gleichen Funktion tätig», sagte Biedermann. Die UBS teilte der «NZZ am Sonntag» mit, Parrett verfüge über die nötigen Bewilligungen für das Engagement bei mehreren Firmen.

(sda/ise)