Im Rennen um die Nachfolge von US-Notenbankchef Ben Bernanke befinden sich nach den Worten von US-Präsident Barack Obama eine Reihe von sehr qualifizierten Kandidaten. «Offen gesagt denke ich, dass sowohl Larry Summers als auch Janet Yellen äusserst sachkundige Anwärter sind», sagte Obama.

Es gebe aber auch etliche Kandidaten, die ebenfalls sehr dazu befähigt seien, sagte er am Freitag in Washington weiter. «Ich werde die Entscheidung im Herbst treffen.»

Zuletzt wurden immer wieder Fed-Vizechefin Yellen und Ex-Finanzminister Summers als heisse Favoriten genannt. Das letzte Wort in der Nachfolgefrage hat Obama.

Es gilt als wahrscheinlich, dass der von Obamas Vorgänger George W. Bush ernannte Bernanke mit regulärem Ablauf seiner zweiten Amtszeit am 31. Januar 2014 den Fed-Chefsessel räumt. Bernanke hatte das Amt vom legendären Alan Greenspan übernommen, der die Notenbank fast 20 Jahre führte.

Bernanke hatte die Notenbank durch die schwerste Finanzkrise seit den 30er Jahren gesteuert und dabei die Bilanz der Fed durch massive Geldspritzen zum Ankurbeln der Konjunktur aufgebläht. Die Erholungstendenzen in der Wirtschaft und insbesondere am Arbeitsmarkt lassen der Fed nun voraussichtlich bald Spielraum, den Fuss geldpolitisch vom Gas zu nehmen.

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Yellen gilt als ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin und wäre die erste Frau an der Spitze der Fed in der fast hundertjährigen Geschichte der Notenbank. Der Bernanke-Stellvertreterin wird jedoch kein enger Draht zum Weissen Haus nachgesagt.

Trotz seiner intellektuellen Brillanz eilt Summers der Ruf voraus, einen schwierigen Charakter zu haben. Kritiker werfen ihm unter anderem einen häufig ruppigen Arbeitsstil vor, der nicht zu dem auf Konsens ausgerichteten Klima in der Notenbank passe.

(chb/sda)