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EU-Aufsicht will kleinen Banken höhere Boni erlauben

Dauerstreitthema Boni: EU-Bankenaufsicht will Ausnahmen im Gesetz machen. Keystone

Die EU-Bankenaufsicht möchte den kleineren Banken ein weniger enges Bonuskorsett anziehen. Für Grossbanken dagegen sollen sie strengen Regeln gelten.

Veröffentlicht am 17.12.2015

Die EU-Bankenaufsicht EBA setzt sich für eine Lockerung der strengen Bonusregeln für kleine Banken und Finanzinstitute ein. Die Behörde wolle Anfang kommender Woche ihre Vorschläge für eine Anpassung der Vorgaben vorlegen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in London und bestätigte damit Medienberichte. Dabei solle es um Ausnahmeregelungen für kleine und wenig-komplexe Institute gehen. Das kann die EBA allerdings nicht allein durchsetzen, denn dafür müsste das EU-Recht geändert werden.

Seit dem vergangenen Jahr dürfen Banker nur noch maximal das Doppelte des Grundgehalts als Bonus bekommen. Davon darf ein Teil erst nach mehreren Jahren ausgezahlt werden. Mit den Bonusgrenzen will die Politik Banker zu vorsichtigerem Verhalten bringen. Boni gelten als Mitauslöser der Finanzkrise der Jahre 2008/2009, weil sie Banker zu hohen Risiken verleiteten.

Bonusdeckel gegenüber Grossbanken

Kleine Geldhäuser waren gegen die Vorgaben Sturm gelaufen. Sie hatten sich über den grossen bürokratischen Aufwand beschwert. Zudem sahen sie sich durch den Bonusdeckel gegenüber Grossbanken benachteiligt, da sie nicht so grosse Spielräume für die Anhebung der Fixgehälter hätten. Auch grosse Finanzkonzerne hatten sich beschwert, dass auch ihre Vermögensverwalter mit ihrem vergleichsweise risikolosen Geschäft unter das strenge Bonusnetz gezwungen wurden.

(awp/me/gku)

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