EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta ist überzeugt, dass sich die EU-Mitgliedstaaten bald auf ein Mandat einigen, das die EU-Kommission ermächtigt, mit Drittstaaten wie der Schweiz Verhandlungen über eine erweiterte Anwendung der Zinsbesteuerung zu führen.

Dies sagte er am Samstag nach der Sitzung der EU-Finanzminister in Dublin. Bis anhin hatten sich Luxemburg und Österreich mit Blick auf ihr eigenes Bankgeheimnis dagegen ausgesprochen.

Mit der Kehrtwende Luxemburgs, das ab dem 1.1.2015 den automatischen Informationsaustausch einführen will, steht nun Österreich isoliert da. Die beiden EU-Länder haben als einzige innerhalb der EU das Recht, auf Zinserträge eine Quellensteuer zu erheben. Dies gewährt den Bankkunden Anonymität.

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«Art der Offenheit»

Obwohl Österreich in Bezug auf den automatischen Informationsaustausch weiterhin eine ablehnende Haltung demonstriert, sieht Semeta eine «Art der Offenheit».

Er verwies dabei auf weitere Länder, die sich der Initiative der ursprünglich fünf - mittlerweile sechs - EU-Staaten angeschlossen haben. Dazu zählen neu die Niederlande, Belgien und Rumäniens. Diese Länder fordern einen automatischen Austausch von Daten über Kapitaleinkünfte innerhalb der EU. Zudem verlangen sie, dass dies weltweit zum Standard wird.

«Nun sind es neun», so der Steuerkommissar. Dieser Schritt sei zu begrüssen, er zeuge vom Eifer dieser Staaten, einen breiteren automatischen Informationsaustausch schneller voranzutreiben.

(rcv/sda)