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Roaming
EU bringt Bewegung in Schweizer Telekom-Markt

Antenne auf dem Gipfel des Chilchalphorn bei Hinterrhein: Schweizer Handy-Kunden müssen im Ausland drauflegen. (Bild: Keystone)

Während sich Handy-Nutzer in der EU über sukzessiv sinkende Roaming-Gebühren freuen können, müssen Schweizer Handy-Kunden im Ausland immer noch tief in die Taschen greifen.

Veröffentlicht am 11.09.2013

Die Stiftung für Konsumentenschutz hofft nun, dass mit dem neuen Telekom-Paket der EU der Druck auf die Schweizer Handy-Anbieter steigen wird.

«Wir denken, dass der Druck auf die Schweiz durch den EU-Entscheid steigen wird», sagt André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz der Nachrichtenagentur sda. «Denn wenn die EU einen Entscheid fällt, dann schaut die Schweiz hin», begründet er seine Haltung und verweist auf die bisher stattgefundenen Diskussionen im Bundesparlament. Immerhin habe es das Thema Roaming auf die Traktandenliste des Parlaments geschafft, fügt Bähler an.

Doch erst kürzlich wurde die Debatte im Parlament über Roaming-Gebühren auf Eis gelegt, um einem Bericht des Bundesrates zur Entwicklung der Gebühren abzuwarten. Dieser soll Ende 2014 vorliegen. Bähler verhehlt nicht, dass er den Bericht für „unnötig» hält.

Bis anhin sind die Schweizer Handy-Anbieter den stetigen Senkungen der Roaming-Gebühren in der EU nur zögerlich gefolgt. Laut Bähler habe zwar insbesondere die Swisscom beim Datenroaming substanzielle Preisnachlässe gewährt, dennoch würden Schweizer Handy-Kunden im europäischen Ausland insgesamt wesentlich höhere Roaming-Gebühren bezahlen als EU-Bürger.

Orange evaluiert Möglichkeiten

Eine Abschaffung der Roaming-Preise sei derzeit kein Thema, «da wir den ausländischen Anbietern etwas für die Netznutzung bezahlen müssen», schreibt Swisscom in einer Stellungnahme.

Hingegen überlegt sich der Telekommunikationskonzern, ob er seinen Kunden ab 2014 ermöglichen soll, dass sie im EU-Ausland einen lokalen Handy-Vertrag für das Herunterladen von Daten abschliessen können. Ohne Wechsel von SIM-Karte und Telefonnummer könnte dann im Ausland zu einem lokalen Anbieter gewechselt werden.

Konkurrent Orange möchte solche oder ähnliche Lösungen wie in der EU vorgesehen sind, ihren Kunden in der Schweiz ebenfalls anbieten. «Wir evaluieren zurzeit solche Möglichkeiten», sagt Orange-Sprecherin Therese Wenger auf Anfrage.

Bei Sunrise ist man zurzeit etwas zurückhaltender: «Die Frage, ob Sunrise Kunden in Zukunft im EU-Raum Daten direkt über lokale Anbieter versenden können, ist aktuell Gegenstand interner Abklärungen», schreibt das Telekommunikationsunternehmen. Grund dafür sei, dass «in diesem Zusammenhang noch relativ viele offene Fragen technischer Art» bestünden.

(sda/tke)

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