Fast 160 Milliarden Euro an Mehrwertsteuern sind in der EU im Jahr 2014 nicht eingezogen worden. Das ist rund ein Siebtel aller Mehrwertsteuern. Die grösste Lücke klafft in Rumänien mit 37,89 Prozent fehlenden Mehrwertsteuern.

Am besten schneidet Schweden ab mit einem Fehlbetrag von nur 1,2 Prozent, wie die EU-Kommission mitteilte. In absoluten Zahlen war die Lücke in Italien mit 36,86 Milliarden Euro am grössten, gefolgt von Frankreich mit 24,48 Milliarden Euro und Deutschland mit 23,49 Milliarden Euro. Die geringsten Fehlbeträge wiesen Luxemburg mit 147 Millionen Euro, Estland mit 181 Mio. Euro und Malta mit 351 Millionen Euro auf.

Betrugssicheres System

Brüssel bekräftigte am Dienstag angesichts der «erneut unannehmbaren Mehrwertsteuer-Lücke» ihre Forderung nach einem entschiedenen Vorgehen gegen Steuerbetrug. Das System müsse effizienter gestaltet werden.

Zwar habe sich die Lücke gegenüber 2013 um 2,5 Milliarden Euro verringert, doch gebe es weiterhin enorme Unterschiede zwischen den EU-Staaten. Während 18 Länder ihre Zahlen verbessern konnten, gelang es acht Staaten nicht, mehr Mehrwertsteuern 2014 einzunehmen als 2013.

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Der EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten sowie Steuern, Pierre Moscovici, forderte die EU-Länder auf, sich rasch auf ein endgültiges, betrugssicheres Mehrwertsteuer-System zu einigen.

2017 wird die Kommission Legislativvorschläge im Hinblick auf die Wiedereinführung des Grundsatzes vorlegen, Mehrwertsteuern auf den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU zu erheben. Der Anteil des grenzüberschreitenden Betrugs an der MwSt-Lücke beläuft sich auf 50 Milliarden Euro jährlich. Das neue System sollte den grenzüberschreitenden Betrug um 80 Prozent senken, also etwa 40 Milliarden Euro.

(sda/chb)