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Annäherung
EU lockert Sanktionen gegen Farc

Der neue Frieden weckt grosse Hoffnung: Abkommen mit der FARC. Keystone

Nach der Unterzeichung des Friedensabkommens in Kolumbien hat die Europäische Union die Sanktionen gegenüber der Farc ausgesetzt. Auch die Schweiz wird Kolumbien in den nächsten Jahren unterstützen.

Veröffentlicht am 27.09.2016

Die Europäische Union (EU) hat die Sanktionen gegen die kolumbianische Guerillaorganisation Farc ausgesetzt. Die 28 Staaten reagierten damit auf die Unterzeichnung des Friedensabkommens der linken Gruppe mit der kolumbianischen Regierung in der Nacht zum Dienstag.

Der Vertrag soll einen mehr als 50 Jahre andauernden Konflikt mit mehr als 220'000 Toten beenden. Die Farc war 2002 auf die sogenannten EU-Terroristenliste gesetzt worden. Auf ihr sind Personen, Vereinigungen und Körperschaften aufgelistet, gegen die wegen der Beteiligung an terroristischen Handlungen Strafmassnahmen wie Kontosperrungen verhängt worden sind.

Gründung eines Treuhandfonds

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hatte das Aussetzen der Sanktionen gegen die Farc bereits im Vorfeld der Unterzeichnung des Friedensvertrages in Aussicht gestellt. Sie kündigte zudem die Gründung eines Treuhandfonds mit einem Umfang von 600 Millionen Euro an, an dem sich viele EU-Staaten beteiligen wollten.

Auch die Schweiz, welche nie Sanktionen gegen die Farc verhängt hatte, wird Kolumbien in den kommenden Jahren unterstützen. Nach Angaben des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (Eda) belief sich die Hilfe 2015 auf insgesamt 28 Millionen Franken.

Vielfältige Hilfe

Für die nächsten vier Jahre dürfte der Betrag wohl etwas sinken. Insgesamt seien 100 Millionen Franken vorgesehen, wie Eda-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda schrieb. Dazu müsse aber noch das Parlament Grünes Licht geben.

Die Hilfe sei vielfältig und laufe über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und die Abteilung für Menschliche Sicherheit. Sie umfasst auch die Hilfe über das seco. Aufgrund ihrer engen Kontakte mit den wichtigen Akteuren des Landes sei die Schweiz gut positioniert, um einen Beitrag zur Umsetzung des Friedensabkommen zu leisten, schrieb das Eda.

(sda/me)

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