Die vor einer Übernahme durch Etihad stehende Fluggesellschaft Alitalia ist wegen möglicher Staatshilfen ins Visier der EU-Kommission geraten. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia forderte die italienische Regierung in einem von Reuters eingesehenen Schreiben auf, Einzelheiten zum Einstieg der staatlichen Poste Italiane bei Alitalia vorzulegen.

Konkret verlangte Almunia Einsicht in das vollständige Sitzungsprotokoll des Alitalia-Verwaltungsrats vom 11. Oktober 2013. Dabei fiel die Entscheidung, dass Poste Italiane Anteile von Alitalia übernimmt. Bis zum 22. Juli muss die Regierung in Rom dem Brief zufolge auch zum Stand der Verhandlungen über einen Etihad-Einstieg Auskunft geben.

Geschäft hängt an der Zustimmung der Kartellbehörden

Nach monatelangen Gesprächen mit Alitalia hatte die arabische Fluggesellschaft in der vergangenen Woche eine Einigung verkündet. Demnach will Etihad 49 Prozent an Alitalia übernehmen und sich so dem Ziel einer eigenen europäischen Flugallianz nähern.

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Das Geschäft hängt jedoch von der Zustimmung der Kartellbehörden ab. Die finanzstarke Airline vom Persischen Golf hält bereits knapp 30 Prozent an der hoch verschuldeten zweitgrössten deutschen Fluglinie Air Berlin.

In der Schweiz ist Etihad beim Regionalflieger Darwin Airline eingestiegen, der neu als Etihad Regional fungiert. Die Swiss lässt einen Vertrag mit Darwin und neu Etihad Regional für vier tägliche Flüge zwischen Zürich und Lugano im Herbst auslaufen.

Statt der Konkurrenz aus den arabischen Emiraten fliegt neu die AUA-Tochter Tyrolean Airways. Etihad Regional erwägt derzeit, die Strecke ins Tessin in Eigenregie zu betreiben.

(sda/me)