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Politik

EU-Ratingagentur vor dem Aus

Das Projekt von Roland Berger scheint nicht geglückt zu sein. (Bild: Keystone)

Es fehlt offenbar an Unterstützung: Das Projekt einer europäischen Ratingagentur als Gegengewicht zu den grossen Drei steht laut einem Medienbericht kurz vor dem Scheitern.

Veröffentlicht am 15.04.2012

Das Projekt einer europäischen Ratingagentur steht einem Pressebericht zufolge vor dem Aus. Das Beratungsunternehmen Roland Berger glaube nicht mehr daran, 300 Millionen Euro Startkapital für den Aufbau einer solchen Agentur einsammeln zu können, schreibt die «Financial Times Deutschland» ohne genaue Quellenangabe.

Berger habe vor allem auf die Unterstützung deutscher und französischer Grossbanken gehofft, sei jedoch auf wenig Interesse gestossen. Zudem habe der deutschen Industrieverband BDI zuletzt aggressiv Lobby gegen die Pläne gemacht. Komplett beerdigen wolle Berger das Projekt aber nicht. Eine kleine Gruppe Frankfurter Finanziers solle nun soviel Geld bereitstellen, dass die Grundidee weiterverfolgt werden kann.

Das von Berger-Partner Markus Krall erdachte Ratingkonzept hätte das Geschäftsmodell der Branche umgekrempelt. Anstelle der Emittenten, die Wertpapiere begeben, sollten die Investoren für Ratings bezahlen. So hätten die Agenturen keinen Anreiz mehr, sich mit übertrieben guten Noten Aufträge zu sichern. Unklar blieb, wie die Investoren dazu gebracht werden sollen, für die Ratings zu zahlen.

Viele potenzielle Geldgeber, die von Krall angesprochen sind, würden zweifeln, ob das Investorenzahlmodell funktionieren kann, zitiert das Blatt einen ein Brancheninsider.

(laf/awp)

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