Zum Jahresbeginn hat Irland die EU-Ratspräsidentschaft von Zypern übernommen. In einer feierlichen Zeremonie wurden die irische und die europäische Flagge am Schloss von Dublin gehisst. «Wir werden Lösungen bringen - ein sich erholendes Land wird die Erholung in Europa vorantreiben», erklärte Regierungschef Enda Kenny.

In den kommenden sechs Monaten wird Irland die Geschäfte für die 27 Mitgliedsstaaten der Union führen. Dublin hat seine siebte Ratspräsidentschaft seit 1975 unter das Motto «Stabilität, Jobs und Wachstum» gestellt. Dabei muss Irland vor allem den erbitterten Streit um den künftigen Gemeinschaftshaushalt lösen und die geplante Bankenunion voranbringen.

Während der halbjährigen Ratspräsidentschaft leiten irische Regierungsvertreter Hunderte Sitzungen von Ministern und Experten aus 27 EU-Ländern, müssen zwischen nationalen Interessen vermitteln und mögliche Kompromisse ausloten.

Zuletzt führte Dublin die Amtsgeschäfte der EU im Jahr 2004. Im Vergleich zu damals wurde das organisatorische Budget für den Vorsitz wegen des allgemeinen Sparzwangs von 110 auf 60 Millionen Euro abgespeckt.

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Während der Verhandlungen lassen die Iren nur noch Leitungs- statt Mineralwasser servieren. Zudem sollen nationale Delegationen zu Fuss oder mit dem Fahrrad zwischen Tagungsorten pendeln und auf kostspielige Chauffeurdienste verzichten.

Nach Irland übernimmt Litauen den Ratsvorsitz im zweiten Halbjahr 2013, anschliessend ist Griechenland für sechs Monate an der Reihe.