Roaming-Gebühren für Telefonate und Datennutzung im EU-Ausland gehören ab Mitte 2017 der Vergangenheit an. Das EU-Parlament stimmte für eine Abschaffung der Gebühren ab Juni 2017. Die Abgeordneten billigten damit einen Kompromiss mit den EU-Mitgliedsländern, die sich für eine längere Übergangsfrist ausgesprochen hatten.

Ursprünglich wollte die EU-Kommission ein Verbot der Roaming-Gebühren bereits Ende 2015, war damit aber am Widerstand mehrerer EU-Länder gescheitert. Ab dem 30. April 2016 werden die Roaming-Gebühren zunächst gesenkt: So soll der Aufschlag dann höchstens fünf Cent pro Minute für Anrufe, zwei Cent für SMS und fünf Cent je Megabyte Datenvolumen betragen. Die Botschafter der EU-Staaten haben die Regeln bereits gebilligt, der EU-Rat als Vertretung der Mitgliedsländer muss noch formal zustimmen.

Forderungen aus der Schweiz

Der Entscheid des EU-Parlaments stösst auf Wohlwollen beim Schweizerischen Konsumentenschutz (SKS). «In der Schweiz sind die Roaming-Gebühren die Milchkuh der drei Schweizer Telekommunikationsunternehmen», schreibt die Organisation in einer Medienmitteilung. Besserung sei nicht in Sicht, der Markt spiele nicht.

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Während das Schweizer Parlament die Konsumenten im Stich lasse, habe das EU-Parlament das Problem verstanden, heisst es weiter. Die Schweizer Politik müsse jetzt auch handeln, fordert Geschäftsleiterin Sara Stalder. «Die Roaming-Tarife sinken in der Schweiz nicht von selbst – deshalb braucht es einen gesetzgeberischen Eingriff.»

(sda/ise)