Einen Monat nach der Machtübernahme durch die Armee in Thailand hat die Europäische Union Strafmassnahmen gegen das Land ergriffen. Die EU-Aussenminister entschieden in Luxemburg, bis auf Weiteres sämtliche offiziellen politischen Besuche auszusetzen.

Zudem wird die militärische Zusammenarbeit auf den Prüfstand gestellt. In einer Erklärung drückten die EU-Aussenminister ihre «ausserordentliche Besorgnis» über die Entwicklung in Thailand aus. Nach dem Putsch müsse es nun unverzüglich «glaubwürdige und umfassende Neuwahlen» geben.

Verfassung ausser Kraft

Die thailändische Armee hatte nach monatelangen politischen Unruhen mit fast 30 Toten am 22. Mai die Macht im Land übernommen. Nach ihrem Putsch setzte die Militärführung die Verfassung ausser Kraft und erliess eine nächtliche Ausgangssperre, die inzwischen wieder aufgehoben wurde.

Ende Mai kündigte die Armeeführung an, Parlamentswahlen frühestens in einem Jahr zu organisieren. Bis dahin sollen nach Angaben des Militärs politische Reformen umgesetzt und ein Verfassungsentwurf erarbeitet werden. Bis spätestens September soll eine Übergangsregierung eingesetzt werden.

(sda/chb)