Swatch-Chef Nick Hayek hat am Industrietag der Gewerkschaft Unia am Freitag ein selbstbewussteres Auftreten der Schweiz in den Verhandlungen mit der EU gefordert. «Die EU hat das genau gleich grosse Interesse an den Bilateralen wie wir», sagte er.

Wenn er eine Verhandlung führen müsse, dann sage er: «Ich habe einen Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat wird das nie akzeptieren.» Die Schweiz könne sagen: Wir hatten eine Volksabstimmung. Das sei legitim.

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Stadler-Rail-Chef befürchtet Volkszorn

Stadler-Rail-Chef und früherer SVP-Nationalrat Peter Spuhler warnte vor einem «Kippeffekt in der Bevölkerung». Zu einem solchen könne es kommen, wenn das Gefühl aufkomme, dass nichts gemacht werde. Die Bilateralen I müssten aber erhalten werden.

Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, wandte ein, dass die Schweizer Bevölkerung zu den Bilateralen Verträgen immer Ja gesagt habe. Dies weil die Pakete begleitet waren von Schutzmassnahmen zugunsten der Arbeitnehmenden - den flankierenden Massnahmen. Diese Schutzmassnahmen hätten gefehlt am 9. Februar. Man müsse blind sein, um da keinen Zusammenhang zu sehen.

Gefahr für den Werkplatz

Bei den älteren Arbeitnehmenden beispielsweise habe sich die Situation verschlechtert. Die Inländerinnen und Inländer müssten verstehen, dass sie eine Chance hätten. Das Erfolgsrezept werde daher sein: Fortsetzung der Bilateralen Verträge verbunden mit Schutzmassnahmen.

Corrado Pardini, Sektorleiter Industrie bei der Unia, hatte die «schwierig gewordenen Beziehungen mit der EU» neben der Frankenstärke zuvor als eine der Gefahren für den Werkplatz Schweiz bezeichnet. Die Unia hat die Wirtschaftsgrössen Spuhler und Hayek zu einem Podium eingeladen, um gemeinsam ein Zeichen gegen die Deindustrialisierung zu setzen.

(sda/mbü/gku)