Zahlreiche Staaten haben am Montag in Genf Ermittlungen gegen das Regime in Nordkorea wegen mutmasslicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit gefordert. Der Uno-Sicherheitsrat müsse damit den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag beauftragen, erklärten Vertreter der Europäischen Union sowie weiterer Staaten während einer Sonderdebatte des Uno-Menschenrechtsrates.

Den Vereinten Nationen liegt seit März 2014 ein schockierender Bericht zu Nordkorea vor. Darin wirft eine Untersuchungskommission der Partei- und Staatsführung unter Kim Jong Un direkte Verantwortung für massive Verbrechen vor.

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Hunderttausende in Lagern ermordet

So würden Menschen, die man als unzuverlässig betrachte, als Arbeitssklaven missbraucht, gefoltert, vergewaltigt und ausgehungert. Dazu betreibe das Regime etliche Straflager. In den vergangenen 50 Jahren seien dort Hunderttausende umgekommen.

Nordkoreas Botschafter Ri Hung Sik bezeichnete den Bericht und die Debatte als Ergebnis einer von den USA geführten Verschwörung gegen sein Land. «Sie wollen unser gesellschaftliches System mit allen Mitteln eliminieren», erklärte er.

Vetomacht China stemmt sich gegen Anklage

Eine Resolution zur Einschaltung des Haager Strafgerichtshofes scheiterte bislang am Widerstand der Uno-Vetomacht China. Auch eine Reihe afrikanischer Staaten, die den Gerichtshof nicht anerkennen, sind dagegen.

(sda/gku/hon)