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Euro-Gruppen-Chef: Griechen haben sich verzockt

Jeroen Dijsselbloem: Die Griechen haben sich verzockt. Keystone

Der niederländische Chef der Eurogruppe wettert in einem Fernsehinterview gegen die Griechen. Die Südländer hätten sich verzockt, sagte Jeroen Dijsselbloem.

Veröffentlicht am 28.04.2015

Griechenland hat sich nach Darstellung von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in den Verhandlungen mit den Euro-Partnern verzockt. «Die griechische Regierung hat darauf gesetzt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Kassen öffnet und ihre Regeln lockert, wenn die Regierung mit uns verhandelt», sagte Dijsselbloem am Dienstag dem niederländischen TV-Sender RTL Nieuws.

Es gebe aber keinen einfach Zutritt zu den Geldtöpfen der EZB, bis es keine solide Einigung mit den Euro-Finanzminister gebe. Die jüngsten Veränderungen im griechischen Verhandlungsteam reichten allein nicht aus, um die Sackgasse in den Gesprächen zu verlassen. Ohne Hilfe der Euro-Partner werde es Griechenland nicht schaffen. Die Zeit werde knapp, mahnte Dijsselbloem.

Varoufakis spricht mit Schweizer Delegation

Die griechische Regierung bereitet derweil eine Amnestie für Steuerflüchtlinge vor. Finanzminister Yanis Varoufakis sagte am Dienstag in Athen, ein entsprechendes Gesetz solle Bürger dazu bewegen, den Behörden ihre Auslandsguthaben zu melden. Für die nachdeklarierten Gelder sollen Steuersätze zwischen 15 und 20 Prozent gelten. Bisher müssen die Steuerflüchtlinge mit einer Steuerbelastung von 46 Prozent und einer Strafe in gleicher Höhe rechnen. Wegen der finanziellen Turbulenzen des Landes haben die Griechen seit 2010 Milliardensummen in Ausland verschoben.

Ein Teil des Geldes liegt bei Schweizer Banken. Varoufakis sagte nach einem Treffen mit Schweizer Regierungsvertretern, nach der Verabschiedung des Gesetzes werde die Regierung eine Vereinbarung mit der Schweiz treffen, die Vermögenswerte von Griechen offenzulegen. «Wir wollen die griechischen Bemühungen unterstützen», sagte der Schweizer Staatssekretär für internationale Finanzangelegenheiten, Jacques de Watteville.

(reuters/sda/ise)

 

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