Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat baldige Gespräche mit der neuen Regierung Griechenlands unter dem linksradikalen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras angekündigt. «Wir werden die Regierung auf dem Weg nach vorn unterstützen und wir sind bereit für diese Unterstützung», sagte der niederländische Politiker am Montag nach dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Die Basis der Gespräche sei, dass die bei den Wahlen erfolgreiche Syriza-Partei beteuert habe, in der Euro-Zone bleiben zu wollen.

Die Probleme Griechenlands seien aber nicht über Nacht verschwunden, mahnte Dijsselbloem. «Es kann sein, dass die Gespräche sehr schwierig sind, aber das kann ich derzeit noch nicht sagen.» Er habe bereits mit dem designierten Finanzminister Griechenlands telefoniert und zum Wahlsieg von Syriza gratuliert. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici nannte es positiv, dass sich eine neue Regierung in Athen bereits geformt habe, weil damit zügig mit der Arbeit begonnen werden könne.

Hilfsprogramm reicht bis Ende Februar

Die Eurogruppe hatte das laufende Hilfsprogramm für Griechenland bis Ende Februar verlängert, damit noch 1,8 Milliarden Euro aus diesem Paket ausgezahlt werden können. Angesichts des Regierungswechsels in Athen und des Widerstands von Syriza gegen die Sparauflagen ist aber offen, ob diese Verlängerung ausreicht. Er könne derzeit nicht sagen, ob die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds vor Ende Februar nach Griechenland zurückkehren könne, um das Programm abzuschliessen, sagte Dijsselbloem.

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte in den «ARD-Tagesthemen», dass ein Schuldenschnitt für Griechenland nicht zur Debatte stehe. «Griechenland wird sich an den Auflagen orientieren müssen, die Griechenland übernommen hat.»

(reuters/moh)