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Syrien
Evakuierungen aus Aleppo verzögern sich

Zerstörungen in Aleppo am 13. Dezember 2016. Keystone

Zivilisten und Rebellen sollen aus Ost-Aleppo evakuiert werden - das verkündeten Rebellengruppen am Abend, Russland und die Türkei bestätigten. Doch am Morgen ist nichts zu sehen ausser leeren Bussen.

Veröffentlicht am 14.12.2016

Rebellen und Zivilisten in Aleppo haben am Mittwochmorgen auf ihre Evakuierung aus dem Ostteil der syrischen Grossstadt gewartet. Die Evakuierungen sollten gegen 5.00 Uhr Ortszeit (4.00 Uhr MEZ) beginnen, verzögerten sich aber.

Pro-syrische Milizen würden verhindern, dass die Menschen aus den bis zuletzt von der Opposition gehaltenen Gebieten abziehen könnten, sagte ein Vertreter der Rebellen am Mittwochmorgen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bislang habe kein Kämpfer und kein Zivilist Ost-Aleppo verlassen.

20 Busse warten

Hintergrund seien Differenzen zwischen dem Regime und seinem Verbündeten Russland über die Einigung mit den Rebellen. Demnach ist Syriens Führung unzufrieden, weil Russland die Einigung ohne Abstimmung mit ihr verkündet hat.

Wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP vor Ort beobachtete, warteten im zwischen Rebellen und syrischen Regierungstruppen geteilten Viertel Salaheddin etwa 20 Busse, Zivilisten oder Rebellen waren aber nicht zu sehen.

Von Rebellengruppen verkündet

Zuvor waren am Dienstagabend sechs Busse in den Bezirk gefahren, kamen aber leer zurück. Nach Angaben von Rebellen sollten zuerst die Verletzten und Zivilisten evakuiert werden, dann Rebellen mit leichten Waffen, die entweder in den Westen der Provinz Aleppo oder in die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gehen sollten.

Die Vereinbarung zur Evakuierung von Zivilisten und Rebellen aus dem Ostteil Aleppos war am Dienstag von Rebellengruppen verkündet und von Russland und der Türkei bestätigt worden.

USA nicht hinzugezogen

Das US-Aussenministerium teilte mit, dass es von Moskau oder Ankara nicht hinzugezogen worden sei. «Selbst wenn dies das Ende der Belagerung von Aleppo ist, ist es nicht das Ende des Krieges in Syrien. Er wird weitergehen. Die Opposition wird weiter kämpfen», sagte Ministeriumssprecher John Kirby.

Die syrische Armee kontrolliert laut Beobachtungsstelle mehr als 90 Prozent von Ost-Aleppo. Nach Angaben der Hilfsorganisation Médecins du Monde sind noch etwa 100'000 Menschen auf einem Gebiet von lediglich fünf Quadratkilometern im Osten der Stadt eingeschlossen. Bisher sind nach Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien stützt, bereits mehr als 130'000 Zivilisten aus Ost-Aleppo geflohen.

(sda/tno/mbü)

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