Olli Rehn soll ab Februar 2017 Mitglied der dreiköpfigen Führung der Zentralbank werden, wie das für die Personalie zuständige Gremium mitteilte. Rehn könnte diese Position als Sprungbrett nutzen, um als Nachfolger für den 2018 aus dem Amt scheidenden Zentralbankchef Erkki Liikanen bereitzustehen. Dieser hat einen Sitz und eine Stimme im EZB-Rat.

Rehn war 2014 nach zehn Jahren in der EU-Kommission zurückgetreten, um nach einer Übergangsphase Wirtschaftsminister in Helsinki zu werden. Er gilt als guter Vermittler und hat in der regierenden Drei-Parteien-Koalition massgeblichen Anteil an der Durchsetzung einer Arbeitsmarktreform im Konsens mit den Gewerkschaften.

Aufräumen nach Finanz-Gau

Zuvor war er ab Februar 2010 als Wirtschafts- und Währungskommissar unter dem damaligen EU-Präsidenten Jose Manuel Barroso auf der Brüsseler Kommandobrücke massgeblich an den Aufräumarbeiten nach der globalen Finanzkrise von 2007/08 beteiligt und steuerte die EU mit durch die Euro-Krise.

Barroso hat sich mit seinem neuen Job bei der US-Investmentbank Goldman Sachs jüngst die Skepsis der Brüsseler Behörde zugezogen. Dessen Nachfolger Jean-Claude Juncker erklärte, Vertreter der Kommission würden Barroso künftig nicht mehr als ehemaligen Präsidenten empfangen, sondern als Interessenvertreter.

(sda/chb)