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Kandidatur
Ex-Lehman-Banker will US-Präsident werden

John Kasich: Er gilt als gemässigter Kandidat. Keystone

Ein weiterer Republikaner steigt ins Rennen ums Weisse Haus: John Kasich, Gouverneur von Ohio, wird es nicht einfach haben: 15 andere Kandidaten in seiner Partei wollen auch US-Präsident werden.

Veröffentlicht am 21.07.2015

Sechs Monate vor Beginn der Vorwahlen im US-Präsidentschaftswahlkampf ist ein weiterer Republikaner zu dem dicht gedrängten Bewerberfeld gestossen. Der Gouverneur des Bundesstaats Ohio, John Kasich, stieg am Dienstag als 16. Politiker seiner Partei in das Rennen ein.

«Ich habe mich entschlossen, für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten zu kandidieren», sagte Kasich bei einer Veranstaltung in seinem Heimatstaat. Der 63-Jährige gilt als moderater Konservativer, der zu einer Zusammenarbeit mit den Demokraten bereit ist.

Er will Staatsfinanzen sanieren

Seine «oberste Priorität» sei die Sanierung der Staatsfinanzen, sagte er. Mit niedrigeren Steuern und einer soliden Haushaltspolitik wolle er die Grundlage für Jobwachstum schaffen.

Als Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Repräsentantenhaus war Kasich in den 90er Jahren unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton an dem letzten ausgeglichenen Bundeshaushalt der USA beteiligt.

Alter Polit-Fuchs

Der Berufspolitiker sass von Januar 1983 bis Januar 2000 als Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Vor der Präsidentschaftswahl 2000 bemühte er sich kurzzeitig um die Kandidatur der Republikaner, unterstützte dann aber den späteren Präsidenten George W. Bush.

Anschliessend arbeitete er für die Investmentbank Lehman Brothers bis zum Kollaps des Geldhauses im September 2008. Seit Januar 2011 amtiert der in zweiter Ehe verheiratete Vater von zwei Töchtern als Gouverneur von Ohio.

Nicht sehr bekannt

Landesweit ist Kasich kaum bekannt, in Umfragen liegt er weit zurück. Doch in seinem Heimatstaat ist er ein über die Parteigrenzen hinweg beliebter Politiker. Im vergangenen November wurde er mit 64 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Ohio spielt bei Präsidentschaftswahlen eine Schlüsselrolle: In dem Bundesstaat im Mittleren Westen wechseln sich republikanische und demokratische Mehrheiten ab, am Ende geben diese sogenannten Swing States meist den Ausschlag im Kampf ums Weisse Haus.

Hartes Rennen

Bei den Republikanern zeichnet sich eine harte Auseinandersetzung um die Nominierung ab. Als aussichtsreichster Bewerber gilt Jeb Bush, der Mitte Juni offiziell in das Rennen eingestiegen war. Der frühere Gouverneur von Florida ist der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush und Sohn von Ex-Präsident George H.W. Bush.

(sda/mbü)

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