Zum Abschluss des 18. Swiss Economic Form hat der frühere britische Premier Gordon Brown ein Plädoyer für die Kooperation der europäischen Staaten gehalten. Im Hinblick auf die in zwei Wochen anstehenden Brexit-Abstimmung zeigte sich Brown vorsichtig optimistisch.

Am Freitag in zwei Wochen stimmen die Britinnen und Briten über die Frage aller Fragen ab. Soll das Land in der Europäischen Union verbleiben oder austreten? Gemäss jüngsten Umfragen liegen die Lager der Brexit-Befürworter und -gegner praktisch gleichauf.

Brown für Verbleib in der EU

Brown, heute UNO-Sondergesandter für Bildung, sagte am Freitag in Interlaken, dass viele Briten Angst vor einem europäischen Superstaat hätten. Er sprach sich denn auch dafür aus, dass sich die EU flexibler ausgestalten sollte und nicht jeder den gleichen Regeln unterworfen werden sollte. Die grosse Frage sei, wie man Autonomie mit Kooperation in Einklang bringen könne.

Gleichzeitig machte sich Brown für einen Verbleib Grossbritanniens in der EU stark. Um die Ressourcen optimal zu nutzen und von Russland unabhängig zu werden, brauche es eine gemeinsame Umwelt- und Klimapolitik. Auch für den Umgang mit der Instabilität im Nahen Osten sei ein geeintes Europa zwingend, sagte der Labour-Politiker.

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Jüngere wollen in der EU bleiben

Ein Problem in Grossbritannien sei die Kluft zwischen Jung und Alt. Während sich die jüngere Generation grossmehrheitlich für den Verbleib in der EU ausspreche, sei die ältere Generation skeptisch. Angst spiele manchmal die grössere Rolle als Hoffnung. Dennoch zeigte sich der frühere Premierminister optimistisch, dass schliesslich die rationalem Argumente für einen Verbleib in der Union die emotionalen Argumente der Brexit-Befürworter übertrumpfen werden.

(sda/cfr)