Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist vor rund drei Jahren auf der Flucht vor US-Agenten zeitweise dort untergetaucht, wo ihn niemand vermutet hatte – bei Flüchtlingen in Hongkong. Fast zwei Wochen später flog er dann in sein heutiges Exil nach Russland. Der kanadische Menschenrechtsanwalt Robert Tibbo organisierte am 10. Juni 2013 die Flucht Snowdens aus dem «Mira Hotel», während US-Agenten ihn wegen Geheimnisverrats fieberhaft in der chinesischen Sonderverwaltungszone suchten.

«Ich war höllisch nervös. Jeder Fernseher, an dem du vorbeiläufst, zeigt dein Gesicht. In jeder Zeitung steht dein Name und dein Foto auf der Titelseite. In dem Taxi, in dem du gerade sitzt, läuft ein Bericht über dich im Radio. Und der Taxifahrer weiss nicht, wer sein Passagier ist. Und du hast keinen Plan, wie es weitergehen soll», zitiert das deutsche «Handelsblatt» am Mittwoch Snowden.

Der Anwalt organisierte eine Unterkunft

Anwalt Tibbo habe einen weiteren Mandanten, einen Ex-Soldaten aus Sri Lanka, gebeten, Snowden zu verstecken, schreibt die kanadische Zeitung «National Post». Snowden sei dann insgesamt zwölf Tage lang bei einer srilankischen Familie, einer weiteren Familie aus den Philippinen und schliesslich bei dem Ex-Soldaten in den Armenvierteln von Hongkong untergetaucht. Am 23. Juni flog Snowden dann nach Moskau.

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Der heute 33-Jährige hatte die massive Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA und dessen Verbündete öffentlich gemacht. Er hält sich heute an einem unbekannten Ort in Russland auf. Offiziell verdient der von US-Behörden gesuchte Snowden sein Geld als IT-Experte. Russland gewährte ihm im 2014 eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung.

(sda/mbü/ama)