Raoul Weils Prozess in den USA ist auf den 14. Oktober verschoben worden. Der frühere UBS-Topbanker wird verdächtigt, tausenden Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Der Prozess im Fall Weil findet vor dem US-Bundesgericht in Fort Lauderdale im Südosten Floridas statt. Ursprünglich hätte ab dem 18. Februar ein Urteil gefällt werden sollen. Weil erhielt aber einen Aufschub um die von der Anklage vorgelegten Dokumente prüfen zu können, sagte Weils Anwalt, Aaron Marcu, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Flut an Dokumenten

«Im Zuge der Untersuchung (...) hat die Regierung eine grosse Menge an Dokumenten angehäuft, 4 Millionen Seiten, die an uns weitergeleitet werden. Wir denken, dass ein geringer Teil dieser 4 Millionen Herrn Weil tangieren, aber wir brauchen Zeit, um die Dokumente durchzusehen und uns davon zu überzeugen», sagte der Anwalt.

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Der frühere Chef des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der UBS wurde 2008 in den USA angeklagt, rund 17'000 reichen US-Bürgern dabei geholfen zu haben, Vermögen im Wert von 20 Milliarden Dollar vor dem amerikanischen Fiskus zu verstecken. Weil entschied auf «nicht schuldig» zu plädieren.

«Herr Weil wartet ungeduldig darauf, die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen vor Gericht bestreiten zu können», sagte der Anwalt.

Der 54-jährige Weil war Mitte Oktober in Italien verhaftet und anschliessend an die USA ausgeliefert worden. Gegen eine Kaution von 10,5 Millionen Dollar war ihm daraufhin gewährt worden, vorerst auf freiem Fuss zu bleiben.

(sda/dbe)