In seiner Kolumne in der Zeitung «Schweiz am Sonntag» kritisiert Ex-UBS-Chef Oswald Grübel die 1:12-Initiative der Juso scharf. Selbst die ehemaligen DDR-Kommunisten von der deutschen Partei «Die Linke» würden nicht so weit gehen, diese forderten eine 1:20-Lösung. Skandale und Fehlleistungen der Geschäftsleitungen in einigen Unternehmen gäben auch ihm zu denken, so Grübel. «Aber dieses menschliche Versagen berechtigt uns nicht, die notwendige Entscheidungsfreiheit, die Unternehmen brauchen, zu beschränken. Wir haben schon mit unserem rekordhohen Mindestlohn den Menschen, die keine Ausbildung haben, aber gerne arbeiten möchten, den Zugang zum Arbeitsmarkt versperrt und zwingen sie, durch unsere Sozialwerke betreut zu werden, was viele als erniedrigend empfinden.»

Und weiter: «Wenn wir jetzt auch noch versuchen, die Obergrenze von Löhnen festzusetzen, werden wir denen, die aussergewöhnlich begabt und bereit sind, Aussergewöhnliches zu leisten, die Zukunft in unserem Lande nehmen. Wir zerstören den berechtigten Glauben daran, dass jeder Aussergewöhnliches erreichen kann», schreibt Grübel. Die Erfahrung der letzten 70 Jahre habe gezeigt, dass das kommunistische Bestreben die freie Entfaltung des Menschen zu verhindern, total fehlgeschlagen ist. Grübel: «Willy Brandt sagte: Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz, wer es mit 40 noch ist, keinen Verstand. Die Juso sollten beim Ostereiersuchen mal darüber nachdenken.»

(tke)