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Ex-UBS-Chef Grübel kritisiert Steuerabkommen

Für Ex-UBS-Chef Grübel ist das Abkommen «der falsche Ansatz». (Bild: Keystone)

Der ehemalige UBS-Chef Oswald Grübel hält das geplante Steuerabkommen mit Deutschland für den falschen Weg. Es wäre nach seiner Ansicht vorteilhaft für den Finanzplatz Schweiz, wenn das Steuerabkommen

Veröffentlicht am 01.04.2012

Der Haftbefehl der Bundesanwaltschaft gegen deutsche Steuerfahnder platzt mitten in die Debatte um das Steuerabkommen. Schweizer Politiker und Banker beurteilen dieses zunehmend kritisch.

In der Zeitung „Der Sonntag“ sagt Ex-UBS-Chef Oswald Grübel, es wäre nach seiner Ansicht vorteilhaft für den Finanzplatz Schweiz, wenn das Steuerabkommen mit Deutschland scheitern würde: «Ein solches bilaterales Abkommen würde gar nichts bringen, nichts als Ärger», sagt er zum «Sonntag».

Aus Schweizer Sicht würde Grübel dem Abkommen nicht zustimmen: «Ich hätte den Deal gar nicht erst ausgehandelt», sagt er: «Das ist der falsche Ansatz, vom Anfang bis zum Ende.» Man hätte sich nie auf bilaterale Verhandlungen einlassen sollen. Der jetzige Zustand sei besser: «Solange kein neuer Vertrag zustande kommt, gilt der alte – so war es schon immer.» 

Auch bürgerliche Mitte-Politiker, die bislang für das Abkommen kämpften, sind nach den massiven Zugeständnissen der Schweiz kritisch.Der designierte BDP-Präsident Martin Landolt, Parteikollege von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, sagt im «Sonntag»:

«So einfach werden es die Abgeltungssteuer-Abkommen im Parlament nicht haben. Ich schliesse einen Stimmungswechsel nicht aus, die Zustimmung schwindet – insbesondere, wenn das Seilziehen mit Deutschland weiter andauert.»

(aho)

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