Nordkorea baut nach Einschätzung von US-Waffenexperten seine Kapazitäten zur Herstellung von Uran aus. Auf Satellitenaufnahmen sei zu sehen, dass Pjöngjang eine grosse Produktionsstätte renoviere, erklärte Jeffrey Lewis vom Monterey-Institut für Internationale Studien in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

In der Fabrik werde Uranerz zu Urankonzentrat verarbeitet. Dieser Prozess ist eine Vorstufe zur Urananreicherung.

Atomares Waffenarsenal ausbauen

Die Modernisierung der Fabrik könne bedeuten, dass Nordkorea durch eine grossangelegte Uranproduktion sein atomares Waffenarsenal ausbauen wolle, sagte Lewis. Womöglich werde das Urankonzentrat auch für den Betrieb eines experimentellen Leichtwasserreaktors eingesetzt, der zurzeit in Yongbyon gebaut wird.

Das Analyseinstitut IHS Jane hatten erst vor einigen Tagen unter Berufung auf andere Satellitenbilder berichtet, dass Nordkorea in Yongbyon offenbar neue Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen habe. US-Experten warnten kürzlich, dass Pjöngjang durch die Ausweitung seines Atomprogramms bis 2020 im Besitz von hundert Atomwaffen sein könnte.

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Nordkorea hatte nach eigenen Angaben in den Jahren 2006, 2009 und 2013 erfolgreiche Atomtests vorgenommen. Mit solchen Tests verstösst Pjöngjang gegen Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats.

(sda/dbe/hon)