Bei einem mutmasslichen Anschlag im New Yorker Stadtteil Manhattan sind mindestens 29 Menschen verletzt worden. Die Sicherheitsbehörden gingen derzeit nicht davon aus, dass es sich bei der Explosion um einen terroristischen Hintergrund handelte, wohl aber um eine vorsätzliche Straftat, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Samstagabend. Die Ursache der Detonation war zunächst noch unklar.

In der Umgebung wurde später ein verdächtiger Gegenstand gefunden, wie die Polizei erklärte. Eine Verbindung zu einem Rohrbombenanschlag am Rande eines Wohltätigkeitslauf im angrenzenden Bundesstaat New Jersey wenige Stunden zuvor sähen die Ermittler derzeit nicht, sagte de Blasio. Bei dem Vorfall im Badeort Seaside Park wurde niemand verletzt. Bei der Explosion war niemand in der Nähe, weil sich der Start des Rennens verzögert hatte.

Keine Hinweise auf Terrorakt

De Blasio äusserte sich vorsichtig zu der Explosion. Die genaue Ursache der Detonation stehe noch nicht fest, sagte der Bürgermeister bei einer improvisierten Pressekonferenz nahe des Explosionsortes im Innenstadtbezirk Chelsea, einem der lebendigsten Viertel der US-Metropole mit zahlreichen Bars und Restaurants. Erste Erkenntnisse deuteten aber darauf hin, dass sie «absichtlich herbeigeführt» worden sei.

Es gebe allerdings weder Hinweise auf eine Terrorverbindung noch eine konkrete Terrordrohung. Einem Behördenvertreter zufolge beteiligten sich aber Anti-Terror-Ermittler an den Untersuchungen. Präsident Barack Obama wurde über den Stand der Ermittlungen informiert. Wegen des 15. Jahrestages der Anschläge vom 11. September war New York gerade erst in erhöhtem Alarmzustand. Vor der UN-Generalsversammlung in der kommenden Woche sollten die Sicherheitsvorkehrungen zudem wieder verschärft werden.

Vermutlich selbst gebauter Sprengsatz

Erste Ermittlungen deuteten Sicherheitskreisen zufolge darauf hin, dass die Explosion sich in einem Müllcontainer ereignet habe. Der Nachrichtensender CNN berichtete, dass ein selbst gebauter Sprengsatz als Ursache vermutet werde. Hunderte Menschen flohen vom Ort der Detonation an einer belebten Strasse.

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Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden und sperrte Strassen weiträumig ab. Polizei und Rettungsdienste waren mit einem Grossaufgebot vor Ort, auch Spezialisten der Bundespolizei FBI. 24 der Verletzten wurden in Spitälern behandelt, darunter ein Opfer mit schwereren Verletzungen, wie die Feuerwehr mitteilte.

Verdächtiger Gegenstand gefunden

In der Nähe des Explosionsortes fand die Polizei später eine verdächtigen Gegenstand. Dabei handelte es sich um einen mit einem Handy verdrahteten Schnellkochtopf. Dem Nachrichtensender CNN zufolge lag ein beschriebenes Blatt Papier daneben. Solche mit explosivem Material befüllten Dampfkochtöpfe wurden auch bei dem islamistischen Anschlag auf den Boston-Marathon im Jahr 2013 als Sprengsatz mit Zeitzünder benutzt. Damals waren drei Menschen getötet und mehr als 260 verletzt worden.

Am Samstagmorgen war ein Anschlag auf einen Benefizlauf zugunsten von Militärveteranen glimpflich verlaufen. Eine in einem Mülleimer versteckte Rohrbombe explodierte rund eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Starttermin am Streckenrand in Seaside Park. Wegen des starken Andrangs hatte sich das Rennen 130 Kilometer südlich von New York aber hinausgezögert, so dass glücklicherweise niemand in der Nähe der Explosion war.

Lauf wurde abgesagt

Der Lauf mit rund 5000 angemeldeten Teilnehmern wurde dann abgesagt. In der Mülltonne waren noch weitere Rohrbomben miteinander verdrahtet, die allerdings nicht explodierten. Auch hier war der Hintergrund der Tat zunächst unklar. Eine Anti-Terror-Einheit des FBI übernahm die Leitung der Ermittlungen.

(reuters/mbü)

 

NYPD NEWS (@NYPDnews) 18. September 2016