Der Ölkonzern ExxonMobil hat bei der US-Regierung einem Medienbericht zufolge um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen Russland beantragt. Hintergrund sei die Zusammenarbeit mit dem Staatskonzern Rosneft, berichtete das «Wall Street Journal» am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Konkret gehe es dem amerikanischen Konzern um gemeinsame Ölprojekte im Schwarzen Meer.

Exxon und Rosneft hatten im Jahr 2012 eine Partnerschaft geschlossen, um Energievorkommen in der Arktis und im Schwarzen Meer auszubeuten. Im Gespräch sind Investitionen von 500 Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 erliessen dann die EU und die USA unter anderem wegen der Annexion der ukrainischen Krim Strafmassnahmen gegen Russland.

Mann in Washington

Ein Exxon-Sprecher sagte nun, man äussere sich grundsätzlich nicht zu Verhandlungen mit Behörden. Allerdings habe das US-Finanzministerium in der Vergangenheit schon erlaubt, das Joint Venture mit Rosneft trotz der Sanktionen weiterzuführen.

Eine Anfrage von Exxon dürfte auf den Argwohn von Kongressabgeordneten stossen, die mutmuassliche Verbindungen zwischen Wahlkampfhelfer des heutigen Präsidenten Donald Trump und Russland überprüfen. Der Fall dürfte auch Aufsehen erregen, weil der frühere Exxon-Chef Rex Tillerson heute Aussenminister ist.

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(reuters/ise)