Apple und Google lechzen bereits nach Gesundheitsdaten. Die kalifornische Tech-Firma hat mit der neuen iOS-Software die App «Health» und die Schnittstelle «HealthKit» herausgebracht. Die Schnittstelle schafft eine Plattform, in diesem Fall für Sensoren, die beispielsweise in Fitness-Armbändern Gesundheitsdaten von ihren Nutzern erfassen. Die neue App mit dem Namen «Health» führt all diese Daten in einer Übersicht zusammen.

Google setzt auf die Plattform «GoogleFit», die im Sommer auf einer Entwicklerkonferenz vorgestellt wurde. Die Plattform soll Daten von Fitness-Apps und entsprechender Hardware zusammen aufbereiten und Nutzern gebündelt bereitstellen.

Gesundheit wird zum Schlachtfeld

Gesundheit ist zum Schlachtfeld geworden, auf dem sich Google und Apple gegenüberstehen. Beide haben es auf Hersteller intelligenter Wagen, Pulsmesser, Schrittzähler und weiterer Messgeräte abgesehen. Mit den Geräten machen sie sich an die Körper ihrer Kunden ran.

Auf diesem Schlachtfeld ist jetzt offenbar ein neuer Kämpfer: Facebook. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag mitteilte, ist Facebook daran, erste Schritte in diese Richtung zu machen. Die Mitteilung beruft sich auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen, die nur anonym Auskunft geben wollten.

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Aufbau von «Support-Communities»

Das Unternehmen überlegt sich anscheinend, «Support-Communities» aufzubauen. Diese Netzwerke sollen jene Facebook-Nutzer miteinander verbinden, die an einer spezifischen Krankheit leiden. Gemäss den Informanten fanden in den letzten Monaten diverse Treffen zwischen Facebook und medizinischen Experten statt. Die Einrichtung einer Forschungsabteilung für Gesundheitsapplikationen sei geplant.

Katalysator für die Aufbruchsstimmung ist anscheinend der Erfolg der 2012 eingeführten Organspende-Funktion. Schweizer Nutzer des Netzwerks können in ihrer Chronik zeigen, ob sie potentielle Organspender sind. In den USA und Grossbritannien ist diese Funktion bereits seit Mai 2012 vorhanden und hat dort zu einem merklichen Anstieg an potentiellen Organspendern geführt. Mittlerweile sollen über 13'000 US-Nutzer angeben, Spender zu sein.