FH Schweiz, Dachverband Absolventinnen und Absolventen Fachhochschulen (FH), fordert eine eigenständige und qualitativ hochstehende dritte Ausbildungsstufe (PhD) an Schweizer Fachhochschulen. Absolventinnen und Absolventen wünschen sich diese Perspektive für heutige und vor allem für zukünftige Studierende an Fachhochschulen.

Studierende an Fachhochschulen können bislang die ersten zwei Ausbildungsstufen – Bachelor und konsekutiver Master – an Fachhochschulen belegen. Wer vorhat, zu doktorieren, muss auf eine universitäre Hochschule im In- oder Ausland ausweichen. Dieser Weg ist mit grossen Schwierigkeiten verbunden (mangelnde Durchlässigkeit). Zudem wird mit dem Wechsel des Hochschultyps eine Abkehr vom Ausbildungsprofil an Fachhochschulen in Kauf genommen (erhebliche Schwächung der Anwendungsorientierung).

Neuartiges PhD-Ausbildungsmodell

Vor diesem Hintergrund schlug FH Schweiz 2013 ein neuartiges PhD-Aus­bildungsmodell vor. Dieses kreist um das ­bestehende, anwendungsorientierte Ausbildungsprofil an Fachhochschulen und überträgt dieses auf die PhD-Stufe. FH Schweiz durfte dieses Modell Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft sowie von Fachhochschulen vorstellen und stiess dabei auf grosses Interesse sowie Wohl­wollen – natürlich auch auf Kritik.

FH Schweiz musste leider feststellen, dass sich Verantwortliche in wichtigen Gre­mien der Hochschulbildung in der Frage der PhD-Stufe an Fachhochschulen ausschliesslich auf Kooperationsmodelle konzentrieren. Diese basieren auf der Zusammenarbeit zwischen Fachhochschule und universitärer Hochschule, wobei die Hoheit über das PhD-Programm und das Promotionsrecht allein bei der universitären Hochschule bleibt.

Eigenständige PhD-Modelle finden keine Beachtung

Dies ist nicht im Sinne einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe, wie es die Gleichwertigkeit der Hochschultypen (Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz) verlangt. Eigenständige PhD-Modelle wie dasjenige von FH Schweiz finden keine Beachtung, obschon viele Argumente dafür sprechen.

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Wir verlangen, dass eigenständige PhD-Modelle dieselbe Beachtung erfahren. Und zwar umgehend! Die Politik soll den Weg für neue Projekte auf dritter Ausbildungsstufe ebnen. Wir erwarten folglich im Rahmen der BFI-Botschaft 2017–2020 einen konkreten Umsetzungsvorschlag für das eigenständige PhD-Modell an Fachhochschulen.

 

Der Autor Christian Wasserfallen (Bild) sitzt seit 2007 für die Berner FDP im Nationalrat. Seit 2011 präsidiert er, der selbst an einer Fachhochschule ausgebildet wurde, den Verband FH Schweiz. Der Mitautor Toni Schmid ist Geschäftsführer.