Seit der Selbstanzeige von FC Bayern-Präsident Uli Hoeness nehmen Selbstanzeigen von deutschen Steuernsündern stark zu. Seit dem Fall Hoeness rennen mir die Leute die Bude ein», sagt der deutsche Steueranwalt Dieter Bohnert im «SonntagsBlick». «Wegen Hoeness verzeichnen wir eine spürbare Zunahme an Selbstanzeigen», so Bohnert. «Das grosse Thema» bei seinen neuen Klienten sei der Bayern-Präsident!

Dann boomt das Geschäft? «Als Geschäft möchte ich es nicht bezeichnen», sagt der Bohnert weiter. Es sei «eine Dienstleistung für Menschen, die ein Problem haben».

150'000 Deutsche bunkern Schwarzgeld

Das Problem heisst Schwarzgeld – unversteuerte Vermögen und Einkünfte, die hinter dem eisernen Bankgeheimnis auf Schweizer Konten schlummern. Und das Problem ist riesig. Rund 150'000 Deutsche hätten geheime Konten in der Schweiz, sagt der ehemalige Steuerfahnder Bohnert.

Millionäre und Mittelständler bunkern «fünfstellige Summen, oder sogar mehrere hundert Millionen Euro», sagt er. Wie viel es insgesamt ist, wisse niemand. Bohnert geht von einem «hohen zweistelligen Milliardenbetrag» aus, also von gegen 100 Milliarden Euro deutsches Schwarzgeld.

Den Fall Hoeness nennt er «einen Fall wie viele andere». Allerdings: «Weil er prominent ist, hat er eine besondere Wirkung.» Mit Folgen für Bohnerts Alltag. «Jeder, der zu mir kommt, redet über Hoeness», sagt er. «Denn jeder will wissen, ob sein Haus nach der Selbstanzeige ebenfalls durchsucht werden könnte.»

War er denn überrascht, als Hoeness’ Fall publik wurde? «Ach wo», winkt er ab. «Was glauben Sie denn, wer hier schon am Tisch sass, um mit mir eine Selbstanzeige vorzubereiten?» Namen nennt er nicht. «Es waren deutsche Beamte, Unternehmer, bekannte Künstler und Sportler, einige Prominente, kleine und grosse Handwerker», «Es ist der Querschnitt aller Deutschen.»

(aho)

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