Beim Computerprojekt Insieme der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) kippen die Experten wie Dominosteine. Ende Juni musste auch der Chef Technik seinen Hut nehmen, weil er einen illegalen Vertrag besass. Dies berichtet die Zeitung «Der Sonntag».

Zudem werden neue Vorwürfe laut. Man habe zwei Expertisen zu Insieme, anstatt auf der Internet-Plattform der Bundeskanzlei zu veröffentlichen, in der Schublade behalten.

Die Resultate der Gutachten seien zum Schluss gekommen, dass eine sogenannte Standardlösung besser geignet sei als die verfolgte Individuallösung Insieme. Die ESTV weist diesen Vorwurf mit dem Argument zurück, dass es keinen Zwang zur Veröffentlichung gibt und man deswegen auch nichts verheimlicht hat.

Weiter wird kritisiert, dass Computer-Anpassungen bei möglichen Gesetzesanpassungen, wie zum Beispiel einer Erhöhung der Mehrwertsteuer, bereits genügen um das System zusammen brechen zu lassen. Intern sei diese hohe Pannenanfälligkeit bekannt.

Ebenfalls soll nach elf Jahren seit dem Start von Insieme die volle Funktionalität unter 50 Prozent liegen. Deshalb werde das 150 Millionen Projekt am Ende wesentlich teurer zu stehen kommen. Die ESTV bleibt hier vage: Sie spricht davon dass mit dem gesprochenen Kredit das Projekt in bedeutendem Umfang realsiert werden kann. Die zuständige Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf soll in Kürze ihren Entscheid über das weitere Vorgehen von Insieme bekannt geben.

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(muv)