Harsche Kritik an die Adresse der Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP): Sie soll die Entlassung Christoph Mörgelis als Kurator des Medizinhistorischen Museums an der Universität Zürich angeordnet haben. Zu diesem Schluss gelangt ein Bericht der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG) des Kantonsrates.

Die mit der Untersuchung betraute Subkommission der ABG beruft sich in ihrem Befund auf die Aussagen von drei Universitätsangehörigen, wie ABG-Präsident Jörg Kündig (FDP) vor den Medien sagte.

Notwendigkeit einer fristlosen Entlassung

Demnach haben der damalige Rektor Andreas Fischer und die zuständige Personalverantwortliche übereinstimmend ausgesagt, dass Aeppli den Rektor in einem Gespräch am 17. September 2012 aufgefordert habe, Mörgeli zu entlassen. Dabei sei auch von der Notwendigkeit einer fristlosen Entlassung die Rede gewesen.

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Unmittelbar nach dem Gespräch habe Fischer dem Leiter des Rechtsdienstes der Universität die Vorgänge geschildert. Dieser stützte gegenüber der Subkommission denn auch Fischers Aussagen.

Regierungsrätin Aeppli und ihr Mitarbeiter Sebastian Brändli, Chef des Hochschulamts und Aktuar des Universitätsrates, hätten diese Darstellung bestritten. Die ABG könne jedoch nicht erkennen, dass die drei Universitätsangehörigen «in dieser Sache eine Falschaussage gemacht haben», heisst es im Bericht.

Die ABG geht folglich davon aus, dass der Rektor und die Personalverantwortliche die Aussagen der Regierungsrätin als «Anordnung einer Kündigung» seitens der Präsidentin des Universitätsrates interpretieren mussten. Ein solcher Auftrag sei jedoch als «Kompetenzüberschreitung» zu werten.

Kein abschliessendes Urteil zu Mörgeli

Ein Bericht des «Tages-Anzeiger» hatte im Spätsommer 2012 die «Affäre Mörgel» ins Rollen gebracht. Sie führte zur Entlassung der beiden Angestellten des Medizinhistorischen Instituts, Christoph Mörgeli und Iris Ritzmann, sowie zum vorzeitigen Rücktritt des damaligen Rektors Andreas Fischer.

Angesicht der laufenden personal- und strafrechtlichen Verfahren wollte sich die AGB zu den Leistungen von Mörgeli und Ritzmann nicht abschliessend äussern. Sie stellt allerdings fest, dass sich die von Mörgeli betreute medizinhistorische Sammlung «in einem kritischen Zustand» befinde. Ritzmanns Kontakt zu einem Journalisten des «Tags-Anzeigers» bezeichnet die AGB als problematisch.

(sda/dbe)