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Steuerbetrug
Fall Paltzer: Anklage gegen weiteren Schweizer

Eingangshalle der UBS: Die Bank war der Auslöser für die US-Steuerermittlungen.   Keystone

Die US-Ermittlungen gegen Anwalt Edgar Paltzer reissen einen Treuhänder mit. Er steht nun auch unter Anklage der Amerikaner.

Veröffentlicht am 07.02.2014

US-Ermittler haben Anklage gegen den Schweizer Vermögensverwalter Peter Amrein eingereicht (Anklage zum Herunterladen unter «Downloads»). Er soll amerikanischen Steuerzahlern geholfen haben, Gelder in Millionenhöhe in Auslandtrusts auf mehreren Schweizer Banken zu verstecken.

Die Ermittler beschuldigen den Schweizer Amrein, mit dem in Zürich ansässigen Anwalt Edgar Paltzer zusammengearbeitet zu haben. Dieser hatte sich im August vor dem Gericht in Manhattan schuldig bekannt, US-Kunden beim Steuerbetrug unterstützt zu haben, indem er Konten bei Schweizer Banken eröffnete und diese vor den Behörden geheim hielt. Paltzer hatte eingewilligt, mit den Ermittlern zu kooperieren.

Auch mit Wegelin im Geschäft

Der beschuldigte 52-jährige Peter Amrein wurde nicht festgenommen. Er habe bei mindestens fünf Schweizer Banken - darunter die Bank Wegelin - seit den späten 1990er Jahren bis 2012 Konten für US-Kunden eröffnet und unterhalten, geben die US-Ermittler in ihrer Anklage an, die sie beim Gericht in New York eingereicht haben.

Darunter seien auch Konten im Namen von Scheingesellschaften mit Sitz in Liechtenstein. Demnach habe der Schweizer mit Paltzer gearbeitet, um diese Gesellschaften zu gründen. Die Konten seien weder bei den US-Behörden deklariert worden, noch seien sie auf Steuerformularen aufgetaucht.

Nach UBS-Fall weiter aktiv

Der beschuldigte Amrein, der zuerst als Kundenberater bei der Bank Coutts & Co. gearbeitet hatte und seit 2006 bei einer Vermögensverwaltungsfirma in Zürich tätig war, habe auch dann noch US-Bürgern geholfen, Geld zu verstecken, als bereits bekannt war, dass die US-Behörden den Offshore-Konten den Kampf angesagt hatten.

So habe er für die Kunden neue Banken gefunden, wo sie ihr Geld deponieren konnten. Auch soll er in einem Fall dabei geholfen haben, Geld in kleinen Beträgen von einem undeklarierten Konto abzuheben, damit es von den Behörden unentdeckt blieb.

Firmengruppe aus St. Gallen

In mehreren Fällen listet die Anklage auch Firmennamen der Briefkastenvehikel in Lichtenstein und Panama auf. In Mittelamerika fungierte Peter Amrein zusammen mit Werner Berger und Edward Gogle als «Direktoren» der WebMedia Publishing SA. Mit Werner Berger sass Amrein seit 2007 in der in St. Gallen domizilierten Opus Gruppe, etwa der Opus Property Management, wo auch eine Zypriotin mit Domizil Limassol Unterschriftsberechtigung hat. Zur Gruppe gehört auch die Opus International Management.

Amrein ist in einem Punkt der Verschwörung angeklagt. Damit drohen ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

(awp/chb/tke)

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