Die Frau, die im kalifornischen San Bernardino gemeinsam mit ihrem Ehemann 14 Menschen erschossen hat, soll laut Medienberichten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Gefolgschaft versprochen haben. Die Sender CNN und NBC zitierten am Freitag Angaben mehrerer Ermittler, die sich wiederum auf einen Facebook-Beitrag der Frau beriefen.

Tashfeen Malik habe diesen Beitrag während oder kurz vor der Attacke abgesetzt und darin IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi ihre Gefolgschaft versprochen.

14 Menschen getötet und 21 verletzt

Die 27-jährige hatte mit ihrem pakistanischstämmigen Mann Syed Farook am Mittwoch 14 Menschen getötet und 21 weitere verletzt, bevor das Paar von der Polizei erschossen wurde. Der Angriff ereignete sich in einem Sozialzentrum in San Bernardino, wo die beiden das Feuer in einem Saal voller Mitarbeiter eröffneten.

Malik stammt aus Pakistan, das Paar traf sich erstmals in Saudi-Arabien. Farook, ein US-Bürger, reiste im Juli 2014 mit seiner Frau in die USA ein. Das Paar hatte eine gemeinsame, erst sechs Monate alte Tochter.

Von IS-Terrormiliz inspiriert

Bisher hatten sich Ermittlungen und Fragen vor allem mit dem Umfeld Farooks beschäftigt. Er habe vor mehreren Jahren Kontakt zu Extremisten in den USA und im Ausland gehabt, zitierte die «New York Times» Ermittler.

Es habe aber in Bezug auf ihn weder aktuelle Kontakte gegeben noch einen einzigen Hinweis, wonach die Bluttat von Islamisten oder Extremisten inspiriert gewesen sei. Als Motiv komme weiterhin auch ein Streit am Arbeitsplatz infrage.

Die «New York Times« berichtete weiter, dass die Ermittler derzeit eher nicht davon ausgingen, dass die IS-Terrormiliz den Angriff in Auftrag gegeben habe. «Im Moment glauben wird, dass sie sich eher selbst radikalisiert hatten und von der Gruppe inspiriert waren, als dass ihnen gesagt wurde, die Schiesserei auszuführen», zitierte die Zeitung einen Behördenvertreter.

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Tat war geplant

Die US-Bundespolizei geht inzwischen von Terrorismus als Motiv aus. «Wir behandeln diese entsetzliche Tat als einen Akt des Terrorismus», sagte der stellvertretende FBI-Direktor von Los Angeles, David Bowdich, am Freitag am Tatort. Eine Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat sei jedoch zunächst nicht gefunden worden. «Wir können das aber noch nicht abschliessend beantworten», sagt Bowdich.

Die Tat sei eindeutig geplant worden, sagte FBI-Ermittler David Bowdich. Die beiden hätten eine «Mission» gehabt. In das Gebäude hatte das Paar auch eine Kombination dreier Rohrbomben auf einem fahrbaren Untersatz mitgebracht, der aber nicht detonierte.

Grosses Waffenarsenal

Die 14 Todesopfer waren zwischen 26 und 60 Jahre alt. Zwölf von ihnen seien Bezirksangestellte gewesen, sagte Polizeichef Jarrod Burguan am Donnerstagabend (Ortszeit). 21 Menschen wurden verletzt. «Die beiden waren möglicherweise auf dem Weg zu weiteren Angriffen», sagte Burguan. «Wir haben sie vorher gestellt.»

Die Angreifer besassen ein grosses Waffenarsenal. Allein in ihrer Wohnung fanden Ermittler zwölf Rohrbomben und mehr als 4500 Schuss Munition für Sturmgewehre, Pistolen und langläufige Waffen. Das Paar sei zu weiteren Angriffen fähig und ausgerüstet gewesen, sagte Burguan.

(sda/me)