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Politik

FDP-Präsident Müller attackiert Parteifreund Hummler

FDP-Präsident Philippe Müller und Wegelin-Teilhaber Konrad Hummler. (Bilder: Keystone)

FDP-Präsident Philipp Müller bezeichnet das Schuldeingeständnis der Wegelin-Teilhaber gegenüber den US-Behörden als «politisches Debakel». Konrad Hummler ziehe mit seinen Aussagen die gesamte Schweize

Veröffentlicht am 06.01.2013

FDP-Präsident Philippe Müller ist stinksauer auf die Teilhaber der Bank Wegelin. Diese sagten in ihrem Schuldeingeständnis gegenüber US-Behörden, dass die Hilfe an Steuersünder «in der Schweizer Bankenindustrie üblich war». Für Müller seien laut «SonntagsZeitung» die Aussagen «unglaublich».

Sie mögen zwar juristisch nicht verwendbar sein, seien aber politisch für die Schweiz ein Debakel, sagte Müller gegenüber der «SonntagsZeitung». «Diese Aussage treibt den Preis hoch und macht eine Globallösung vielleicht unmöglich.»

Von den über 300 Schweizer Banken habe der grosse Teil nichts mit US-Steuerflüchtlingen zu tun. Durch Wegelin würden nun auch diese in den Dreck gezogen. Schwer enttäuscht ist Müller von seinem Parteifreund: «Ich hätte das von Konrad Hummler, der uns immer belehrt hat, nicht gedacht.»

Überrascht sei der FDP-Präsident aber nicht: «Das Wegelin-Vorgehen passt in die Kaskade von Schweinereien der von den US-Behörden zur Verantwortung gezogenen Banken» – nach dem Motto «Rette sich, wer kann». Nach dem Libor-Skandal und Wegelin werde es im Schweizer Parlament keine Mehrheit für eine Bankenrettung mehr geben, sagt Müller: «Wir haben die Schnauze voll.»

Auch in den USA werteten Kenner das Schuldeingeständnis von Wegelin als Verrat gegenüber dem Schweizer Bankenplatz. Für den in Florida tätigen Steueranwalt Jeffrey Neiman sei beim Fall Wegelin laut Bericht neu, dass erstmals eine Bank ohne jegliche Geschäftstätigkeit in den USA amerikanisches Recht nicht nur für zuständig erklärte, sondern auch zugab, dieses verletzt zu haben.

(vst)

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