In mehreren französischen Atomkraftwerken sind nach Angaben der Aufsichtsbehörde ASN Komponenten des Atomkonzerns Areva eingebaut, die Auffälligkeiten aufweisen. Nach Angaben des Konzerns sei bei einer Untersuchung entdeckt worden, dass seit 1965 etwa 400 solcher Teile gefertigt wurden, hiess es in einer Erklärung der Behörde.

Etwa 50 davon dürften in heutigen Atomkraftwerken verbaut sein. Als nächster Schritt müsse festgestellt werden, «wie ernst diese Anomalien sind und welche Konsequenzen für die Sicherheit der Anlagen bestehen».

Areva-Aktien tauchen

Die Untersuchung sei eingeleitet worden, nachdem im vergangenen Jahr Schwachstellen im Reaktordruckbehälter des im Bau befindlichen französischen Kernkraftwerks in Flamanville entdeckt worden seien, erklärte ASN. Darauf hin sei die Fertigung im Stahlwerk Creusot überprüft worden. Areva hatte mitteilt, dass dort möglicherweise einige Unterlagen zur Produktion und der Qualitätskontrolle gefälscht wurden.

Areva-Aktien gingen am Dienstag mit einem Minus von 7,4 Prozent aus dem Handel. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Papiere fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Das angeschlagene Unternehmen soll im kommenden Jahr seine Reaktorsparte an den Staatskonzern EDF verkaufen.

Areva setzt wie der gesamten Branche zu, dass seit der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 weniger Kernkraftwerke gebaut werden. Zudem machen langwierige Verzögerungen beim Bau eines Reaktors in Finnland zu schaffen, den Areva gemeinsam mit Siemens errichten soll.

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(sda/chb)