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Fernsehmacher beklagen Finanzloch

SRF: Zusammen mit den Privaten gegen das Überspulen von Werbung. Keystone

Das zeitversetzte Fernsehen ermöglicht das Überspulen von Werbung. Den privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehmachern gehen so einige Millionen durch die Finger. Sie fordern ein Umdenken.

Veröffentlicht am 22.08.2016

Die in der Interessengemeinschaft Radio und Fernsehen (IRF) zusammengeschlossenen Fernsehsender fordern eine Beschränkung des Überspulens von Werbung im zeitversetzten Fernsehen. Denn damit werde das Geschäft der TV-Sender bedroht. In der Deutsch- und Westschweiz werde beim sogenannten Catch Up TV 59 Prozent weniger Werbung gesehen als im Live TV, beklagt die IRF in einer Mitteilung. Durch das Überspulen der Werbung werde Werbeumsatz vernichtet und die Sender verlören Geld.

2014 habe der Ertragsausfall der Werbung 45 Millionen Franken betragen und 2015 sogar 67 Millionen Franken. Für 2017 wird mit einem Ausfall von 123 Millionen Franken gerechnet.

Unikum Schweiz

Die Schweiz sei das einzige Land, in dem die Kabelnetzbetreiber und TV-Plattformen die Urheberrechte für die Archiv-Dienste mit dem ganzen Programm aller Fernsehsender zu einem regulierten Preis von einer Verwertungsgesellschaft erwerben könnten. Der bis Ende 2016 gültige Tarif sehe vor, dass die TV-Verbreiter pro Monat und Kunde 1.50 Franken bezahlten, wenn sie diesen ermöglichten, während sieben Tagen die Programme frei anzuschauen. Für 2017 sei eine minimale Erhöhung von 10 Rappen pro Nutzer und Monat vorgesehen.

Die Zahlungen für die Rechte von Catch Up TV gingen an die Verwertungsgesellschaften und hätten 2015 18,9 Millionen Franken betragen. Die Fernsehsender hätten 5,4 Millionen Franken von den Verwertungsgesellschaften erhalten, was in keinem Verhältnis zum Ertragsausfall von 67 Millionen Franken stehe, schreibt die IRF weiter.

Aufhebung gefordert

Die Fernsehsender fordern deshalb eine partielle Aufhebung der Spulmöglichkeit, die Weiterverbreitung eigener interaktiver Angebote an die Zuschauer, eine Einschränkung der Such- und Findungsfunktionen sowie eine marktgerechte Vergütung.

In der Interessengemeinschaft sind neben der SRG alle grossen deutschen Privatsender wie RTL, Pro7 und Sat1, die 3 Plus Group, AZ Medien TV und die regionalen und lokalen privaten Fernsehsender der Schweiz zusammengeschlossen.

(sda/ise/chb)

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