Im Zusammenhang mit den mutmasslichen Giftbriefen an US-Präsident Barack Obama und einen Senator ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Dabei handle es sich um einen Mann aus der Stadt Corinth im Südstaat Mississippi, teilte die Bundespolizei FBI am Mittwochabend mit.

Von ihm stammten vermutlich die Briefe mit einer körnigen Substanz, die positiv auf das lebensgefährliche Gift Rizin getestet worden seien. Die Briefe waren neben Obama auch an den republikanischen Senator Roger Wicker aus Mississippi und an einen Justizvertreter des Bundesstaates adressiert.

Medien: Notiz in Umschlägen

In den beiden verdächtigen Umschlägen lag nach Angaben der US-Fernsehsender NBC und CNN zufolge auch ein Schreiben, das der Mann offenbar mit seinen Initialien unterzeichnet hatte. «Ich bin KC und ich unterstütze diese Botschaft», steht demnach in dem Brief.

Der Satz spielt auf die Schlussformel der Wahlkampfspots in den USA an, mit der Kandidaten ihre Zustimmung zu der darin geäusserten Meinung zum Ausdruck bringen. Den Berichten zufolge heisst es in beiden Schreiben auch: «Etwas Falsches zu sehen und es nicht zu enthüllen, bedeutet, sich zum stillen Partner von dessen Fortdauern zu machen.»

Keine Zusammenhang mit Boston

Worauf genau der Verfasser damit anspielte, war zunächst unklar. Von einem Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Boston-Marathon ging das FBI zunächst nicht aus. Ob in den Umschlägen tatsächlich Rizin war, sollen weitere Untersuchungen ergeben.

Rizin ist in den Samenschalen der Rizinusstaude enthalten und gilt als einer giftigsten Eiweissstoffe, die in der Natur vorkommen. Schon geringste Mengen können tödlich sein. Der Vorfall erinnert an die Briefe mit Milzbrand-Erregern, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Kongress auftauchten.

(tno/rcv/sda)

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